Ein Ferienausflug wurde zum Albtraum: Bei einer Wanderung in Ferschnitz (Bezirk Amstetten) stürzte Franz Tallauer (83) rund 40 Meter über eine steile Waldböschung ab. Der Senior erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Dass er heute noch lebt, verdankt er zwei kleinen Helden: Dominik (10) und Artus (8).
Die herzzerreißende Story: Das Unglück ereignete sich am 23. Juli in einem steilen Waldstück nahe der Ybbs. Der 83-Jährige stolperte und stürzte 30 bis 40 Meter in die Tiefe. Dabei prallte er gegen mehrere Baumstämme. Er erlitt zahlreiche Knochenbrüche, gebrochene Rippen verletzten seine Lunge. Auch Leber und Milz wurden in Mitleidenschaft gezogen.
Doch seine beiden jungen Begleiter behielten trotz der dramatischen Situation einen kühlen Kopf. Dominik, der bei der Kinderfeuerwehr in Waidhofen an der Ybbs ausgebildet wurde, kletterte zu seinem schwer verletzten Urgroßvater hinunter. Sein Großcousin Artus hielt unterdessen ein vorbeifahrendes Auto an. Die Insassen alarmierten die Rettungskräfte.
"Als ich ihn da unten liegen sah, dachte ich, es ist vorbei. Dann war ich bei ihm und er hat geredet, da wusste ich, dass er es schafft", erzählt der zehnjährige Dominik.
Insgesamt 60 Feuerwehrmitglieder aus Ferschnitz, Euratsfeld und St. Georgen am Ybbsfelde standen im Einsatz. Der Schwerverletzte wurde mit einem Rettungshubschrauber geborgen und ins Landesklinikum Amstetten geflogen.
Mittlerweile geht es dem 83-Jährigen den Umständen entsprechend wieder gut. Seinen beiden kleinen Lebensrettern ist er unendlich dankbar: "Wären die beiden Buben nicht gewesen, gäbe es mich heute nicht mehr."
Auch Bezirksfeuerwehrkommandant Rudolf Katzengruber und der Ferschnitzer Feuerwehrkommandant Martin Rab sind stolz auf die beiden Buben. Für sie zeigt die Geschichte eindrucksvoll, wie wichtig die Ausbildung bei der Kinder- und Jugendfeuerwehr ist. Dominik und Artus haben jedenfalls bewiesen, dass man auch mit acht und zehn Jahren zum Lebensretter werden kann.