Der Wirbel um die geschlossene Tankstelle in Wöllersdorf-Steinabrückl (Bezirk Wiener Neustadt-Land) nimmt kein Ende! Hunderte Autofahrer erhielten nach kurzen Stopps auf dem Gelände Zahlungsaufforderungen über mehrere Hundert Euro – "Heute" berichtete ausführlich. Jetzt kommt das nächste brisante Detail ans Licht: Die umstrittene Immobilie sollte zwangsversteigert werden, doch laut NÖN gab es keine Interessenten.
Die Tankstelle an der B21 in Wöllersdorf steht seit 1. Juli still. Wie aus öffentlich zugänglichen Versteigerungsunterlagen hervorgeht, war für die Liegenschaft bereits ein Zwangsversteigerungsverfahren eingeleitet worden. Ein gerichtlich beauftragter Sachverständiger hatte das Grundstück im Mai 2025 begutachtet.
Doch einen neuen Eigentümer fand die Immobilie offenbar nicht. Laut NÖN blieb die geplante Versteigerung ohne einen Interessenten.
Für Schlagzeilen sorgt die Tankstelle allerdings schon länger. Autofahrer, die auf dem Grundstück kurz stehen blieben oder umdrehten, erhielten teilweise Zahlungsaufforderungen von mehr als 370 Euro.
Besonders aufsehenerregend war der Fall eines 84-jährigen Motorradfahrers. Der Pensionist hatte gerade einmal vier Minuten auf dem Gelände angehalten, um mit seiner Frau zu telefonieren. Wenige Tage später flatterte ihm eine Forderung über 374 Euro ins Haus.
Ein anderer Biker berichtete im "Heute"-Gespräch, dass er nur 56 Sekunden auf dem Gelände verbracht habe. Am Ende sollte er insgesamt 642 Euro bezahlen.
Für den Tankstellenbesitzer gab es zuletzt gleich mehrere Rückschläge. Zunächst beendete sein bisheriger Anwalt die Zusammenarbeit. Als Grund nannte dieser in Medienberichten "finanzielle Unstimmigkeiten". Kurz darauf zog sich auch das beauftragte Inkassobüro zurück.
Zusätzlich läuft gegen das Inkassounternehmen ein Gewerbeverfahren bei der Bezirkshauptmannschaft Mödling. Die Gemeinde Wöllersdorf-Steinabrückl sammelt inzwischen Unterlagen von Betroffenen. Innerhalb weniger Tage gingen bereits rund 100 E-Mails ein, heißt es auf "Heute"-Anfrage. Auch vor Gericht musste der Besitzer zuletzt eine Niederlage hinnehmen: Das Landesverwaltungsgericht wies seine Beschwerde gegen behördlich vorgeschriebene Sicherheitsmaßnahmen ab.
Die Tankstelle ist geschlossen, der Anwalt und das Inkassobüro sind abgesprungen und selbst bei der geplanten Versteigerung fand sich offenbar kein Interessent. Nur der Ärger rund um das Gelände ist noch lange nicht vorbei.