Alarmierende Unfallbilanz

Bereits 91 Verkehrstote – NÖ hält traurigen Rekord

91 Menschen sind heuer bereits auf Niederösterreichs Straßen gestorben. Kein anderes Bundesland zählt so viele Verkehrstote.
30.10.2026, 13:40
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Auf Niederösterreichs Straßen spielt sich eine tödliche Entwicklung ab: Seit Jahresbeginn sind bereits 91 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Damit gab es bis zum 29. Oktober schon sieben Todesopfer mehr als im gesamten Jahr 2024. Damals starben 84 Menschen im Straßenverkehr.

Besonders erschreckend: Niederösterreich führt damit die traurige Unfallstatistik Österreichs mit großem Abstand an. In Oberösterreich und der Steiermark kamen heuer jeweils 57 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Österreichweit zählt die Mobilitätsorganisation VCÖ bereits 304 Verkehrstote. Die wenigsten Opfer gab es in Wien mit acht Todesfällen.

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44 Menschen starben im Auto

Ein Blick auf die Opferzahlen zeigt, wie gefährlich Niederösterreichs Straßen sind. Allein 44 Menschen verloren heuer als Autoinsassen ihr Leben. Dazu kommen 17 Motorradfahrer und elf Fußgänger.

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"Verkehrsunfälle reißen Menschen plötzlich aus dem Leben. Für Angehörige ist der Unfalltod ein traumatischer Einschnitt", erklärt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk. Ein Mensch, mit dem man gestern noch gelacht habe, sei plötzlich nicht mehr da.

VCÖ fordert Tempo 80 statt 100

Um weitere Todesfälle zu verhindern, fordert der VCÖ schärfere Maßnahmen. Besonders auf Freilandstraßen soll die Geschwindigkeit reduziert werden. Statt der erlaubten 100 km/h könnten künftig Tempo 80 gelten.

Wie groß der Unterschied ist, zeigt eine Berechnung des VCÖ: Ein Auto mit Tempo 80 steht nach 51 Metern still. Bei Tempo 100 verlängert sich der Anhalteweg auf 74 Meter. Nach 51 Metern ist der Wagen dann noch immer mit 66 km/h unterwegs. Auch mehr Radarkontrollen und Abschnittskontrollen auf besonders gefährlichen Strecken sollen helfen, schwere Unfälle zu verhindern.

Auch in Ortschaften soll Tempo 30 gelten

Für mehr Sicherheit von Fußgängern spricht sich der VCÖ zudem für Tempo 30 statt 50 aus, insbesondere in Wohngebieten, vor Schulen und bei Seniorenheimen. Zusätzlich sollen Zebrastreifen besser einsehbar werden. Dafür fordert die Organisation, das Parkverbot vor Schutzwegen von fünf auf zehn Meter auszuweiten. Auch baulich getrennte Radwege sollen künftig für mehr Sicherheit sorgen.

Mehr als 4.200 Tote seit dem Jahr 2000

Wie dramatisch die langfristige Bilanz ausfällt, zeigen weitere Zahlen: Seit dem Jahr 2000 haben in Niederösterreich insgesamt 4.274 Menschen bei Verkehrsunfällen ihr Leben verloren. Zum Vergleich: Das sind mehr Menschen, als die Stadt Scheibbs Einwohner hat.

VF, 30.10.2026, 13:40