Wer in Wien, Niederösterreich oder dem Burgenland mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, muss ab dem kommenden Jahr tiefer in die Tasche greifen. Der Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) erhöht mit 1. Jänner 2027 seine Ticketpreise um durchschnittlich 3,4 Prozent. Betroffen sind sowohl Einzelfahrten als auch Tageskarten, Jahreskarten und KlimaTickets.
Grundlage für die Erhöhung ist die allgemeine Teuerung, konkret der durchschnittliche Verbraucherpreisindex der vergangenen zwölf Monate. Laut VOR sollen damit gestiegene Personal-, Energie- und Betriebskosten abgefedert werden.
Auch bei den Wiener Linien wird es teurer. Die reguläre Jahreskarte kostet ab Jänner bei Einmalzahlung 483,10 Euro. Das entspricht rund 1,32 Euro pro Tag. Für Jugendliche, Senioren und Menschen mit Anspruch auf eine Spezial-Jahreskarte werden künftig 310,40 Euro fällig.
Wer nur gelegentlich mit U-Bahn, Straßenbahn oder Bus fährt, muss ebenfalls mehr bezahlen. Eine Einzelfahrt kostet künftig 3,10 Euro beim digitalen Kauf, für ein Papierticket werden 3,30 Euro verlangt. Digitale Tickets bleiben damit günstiger.
Auch Schwarzfahren wird teurer: Wer ohne gültiges Ticket erwischt wird, muss künftig 140 Euro bezahlen – unabhängig davon, ob sofort oder per Zahlschein gezahlt wird. Nach einer Zahlungserinnerung steigt der Betrag auf 191 Euro.
Die Preiserhöhung trifft auch Fahrgäste in Niederösterreich und dem Burgenland. In der günstigsten regionalen Tarifstufe steigt der Preis für eine Einzelkarte von 2,30 auf 2,40 Euro. Eine Tageskarte kostet künftig 4,70 statt bisher 4,50 Euro.
Wer beispielsweise von der Wiener Kernzonengrenze nach St. Pölten Hauptbahnhof fährt, bezahlt ab Jänner 15 statt bisher 14,50 Euro für eine Einzelfahrt. Senioren zahlen auf dieser Strecke künftig neun statt 8,70 Euro.
Auch zwischen Mattersburg Brunnenplatz und Wiener Neustadt Hauptbahnhof wird die Fahrt teurer: Statt bisher 5,90 Euro werden künftig 6,10 Euro fällig.
Für Vielfahrer steigen auch die Kosten der regionalen KlimaTickets. Das VOR KlimaTicket MetropolRegion, das in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland gilt, kostet künftig 1.053,10 Euro statt bisher 1.019 Euro.
Das VOR KlimaTicket Region für Niederösterreich und das Burgenland verteuert sich von 552 auf 570 Euro. Für Senioren sowie Jugendliche und andere Anspruchsberechtigte steigt der Preis von 414 auf 428 Euro.
Auch die Strecken-Jahreskarten werden angepasst. Wie viel Fahrgäste künftig bezahlen müssen, hängt von ihrer jeweiligen Strecke ab.
Eine Ausnahme gibt es beim beliebten Top-Jugendticket. Damit können Schüler und Lehrlinge sämtliche Verbundlinien in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland nutzen – auch an Wochenenden und in den Ferien.
Für das laufende Schuljahr 2026/27 bleibt der Preis bei 101 Euro. Erst mit Beginn des Schuljahres 2027/28 im September steigt er auf 103 Euro. Das reguläre Jugendticket bleibt unverändert bei 29,60 Euro.
Neben den höheren Preisen bringt der Jahreswechsel auch Vereinfachungen. Senioren ab 65 Jahren benötigen für den ermäßigten VOR-Tarif künftig nur noch einen amtlichen Lichtbildausweis. Die bisher zusätzlich notwendige ÖBB Vorteilscard Senior entfällt.
Auch Studierende unter 26 Jahren profitieren von einer Neuerung: Für die ermäßigte VOR-Monatskarte reicht künftig der gültige Studienausweis. Eine zusätzliche ÖBB Vorteilscard Jugend ist nicht mehr erforderlich.
Neu ist außerdem ein einheitlicher Termin für künftige Preisanpassungen. Während die Tarife 2026 zu unterschiedlichen Zeitpunkten erhöht wurden, sollen ab 2027 sämtliche Änderungen jeweils am 1. Jänner in Kraft treten.
Tickets zu den neuen Preisen mit Gültigkeitsbeginn ab Jänner 2027 sind bereits ab 1. November 2026 im Vorverkauf erhältlich.