Krebserregende Fasern

Asbest-Alarm! Schock-Fund vor Kinderkrippe

Asbest-Alarm vor einer Kinderkrippe in Oberwart! Greenpeace fand in Materialproben einen Asbestanteil von 20 bis 50 Prozent. Die Hintergründe.
02.11.2026, 07:21
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Eine aktuelle Laboranalyse von Greenpeace weist eine massive Asbestbelastung direkt vor der städtischen Kinderkrippe Oberwart nach. Die getestete Materialprobe besteht aus drei Stichproben und enthält laut Laborbericht einen Asbestanteil von 20 bis 50 Prozent Asbest. Die Leitung der Kinderkrippe ist bereits informiert.

Stadtgemeinde und Landesregierung wurden bereits vor Monaten in Kenntnis gesetzt, dass vor der Kinderkrippe Asbestbrocken offen herumliegen. Greenpeace fordert Bürgermeister Georg Rosner auf, das Areal zu sperren und möglichst rasch zu sanieren. Ebenso muss eine Grundreinigung der Kinderkrippe durchgeführt werden, da höchstwahrscheinlich auch Fasern in die Innenräume gelangt sind.

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Stefan Stadler, Sprecher des Investigativ-Teams von Greenpeace Österreich: "Hier spielen seit Monaten Kleinkinder mit brüchigen Asbestbrocken – wir haben dokumentiert, dass die belasteten Steine vor Bäumen in der Wiese gesammelt wurden. Ebenso haben wir krebserregende Asbestfasern auf der hüfthohen Sockelleuchte vor der Krippe nachgewiesen. Das zeigt, dass Fasern in der Atemluft gelandet sind. Bürgermeister Georg Rosner muss das Areal umgehend sperren und rasch sanieren."

Gefahr für Kinder besonders hoch

Asbestfasern gefährden die Gesundheit von Kleinkindern enorm. Die belasteten Steine liegen zwischen Kinderkrippe und Gehweg offen herum. Kinder sind neugierig, nehmen die Steine in die Hand, tragen sie umher und schlagen sie beim Spielen aneinander. Dabei werden feine Asbestfasern freigesetzt, die beim Einatmen schwere Lungenschäden verursachen können. Asbestfasern können vom Körper nicht abgebaut werden und lösen oft erst Jahrzehnte später tödliche Krankheiten wie Asbestose oder Brustfellkrebs aus.

Vor der Kinderkrippe liegen Asbestbrocken offen herum.
Greenpeace

Asbest-Hotspot Oberwart

Die Krippe ist kein Einzelfall. Schon im Winter belegten Luftmessungen der Taskforce "Vorsorge Luftabklärung" vor Krankenhaus und Rathaus, trotz Nässe und Luftfeuchtigkeit, eine hohe Asbestfaserbelastung. Im trockenen Sommer wurde nicht nachgemessen. Allein in Oberwart hat die Bevölkerung Greenpeace acht belastete Flächen gemeldet.

An neun Stellen hat Greenpeace selbst Proben genommen. Saniert wurde bisher nur die Fläche vor einer Hofer-Filiale. Hinter dem Krankenhaus wurde der Schotter lediglich mit Sand abgedeckt. Erste Bewohner:innen haben Greenpeace berichtet, dass sie aus Sorge vor gesundheitlichen Folgen aus Oberwart wegziehen.

"Die Supermarktkette Hofer hat den Schotter vor ihrer Filiale in Oberwart sofort abdecken und fachgerecht entfernen lassen. Der Bürgermeister von Bad Tatzmannsdorf hat nach unserer Meldung die Asbestflächen in seiner Gemeinde sanieren lassen. Genau das erwarten wir jetzt auch von Bürgermeister Rosner und der burgenländischen Landesregierung: Sie müssen umgehend sanieren und endlich erheben, wo überall asbestbelastetes Material liegt", fordert Stadler.

wil, 02.11.2026, 07:21