In Kössen sind bisher fünf bis zehn Asiatische Hornissen aufgetaucht. Seit Dienstag sucht eine Gruppe nach dem Nest. Laut orf.at ist man dem Ziel auch schon nähergekommen. Andreas Tschöll, der Chef vom amtlichen Pflanzenschutzdienst Tirol, sagt: "Wir konnten den Bereich, wo wir das Nest vermuten, auf circa 100 Meter Radius eingrenzen."
Wie die Suche abläuft, erklärt Tschöll so: "Und zwar muss man da Exemplare einfangen. Man muss diese Exemplare markieren. Und dann stoppt man die Zeit, bis sie wiederkommen. Über diese Zeit kann man die Entfernung abschätzen. Und über die Richtung verfolgt man sie visuell."
Die Zeit drängt. "Im September und Oktober bildet das Volk die Geschlechtstiere, das heißt die Männchen und die Jungköniginnen." Das könnten laut Tschöll mehrere hundert Jungköniginnen sein, die dann überwintern, sich vermehren und neue Völker gründen.
Auch Thorsten Schwerte, Leiter vom Institut für Zoologie an der Uni Innsbruck, betont, wie wichtig es ist, das Nest jetzt zu finden. Er bleibt aber skeptisch: "Sollte das Nest bzw. weitere Nester jetzt gefunden werden, dann könnten wir noch einmal ein Jahr überstehen." Im Vergleich dazu sei die Situation in Deutschland oder Frankreich "verheerend. Da ist das Management wahnsinnig aufwendig und es sind fürchterlich viele Nester, die dort gefunden werden", sagt der Zoologe. In Österreich sei es derzeit noch nicht so schlimm.
Im Unterschied zur heimischen Hornisse sind die Völker der Asiatischen Hornisse größer und brauchen mehr Futter. "Das können also tausende Individuen sein, die über die ganze Saison durchzufüttern sind. Und die sind natürlich eine extreme Belastung", so Schwerte.
Die Honigbiene steht ganz oben auf dem Speiseplan der Asiatischen Hornisse, aber auch viele andere Insekten werden gefressen. "Es gibt Studien, die zeigen, dass bis zu 1.500 verschiedene Tierarten in diesen Asiatischen Hornissen gefunden wurden. Aber das größte Einzelindividuum davon ist tatsächlich die Honigbiene."
An der Uni Innsbruck testet man gerade spezielle Fallen für die Asiatische Hornisse. Von großen, unspezifischen Fallen rät Schwerte ab: "Weil da oft die Spezifität zu gering ist und der Beifang von anderen Insekten viel zu hoch ist."
Das Land Tirol bittet, Sichtungen zu melden. Die Asiatische Hornisse erkennt man vor allem an ihrer Färbung – mehr dazu findest du in "Erstmals Asiatische Hornisse in Tirol gesehen." Wer eine Sichtung meldet, kann das beim Land per E-Mail an [email protected], über das Portal Velutina oder direkt bei der Gemeinde machen.