Die aktuelle Trockenheit sorgt auf vielen Bauernhöfen für eine angespannte Futtersituation. Wie berichtet, finden Kühe auf vielen ausgetrockneten Weiden kaum noch etwas zu fressen. Manche Tiere bleiben bereits im Stall und fressen das Heu, das eigentlich für den kommenden Winter gedacht ist. Die IG-Milch warnte zuletzt sogar vor einer "existenziellen Bedrohung" für zahlreiche Betriebe.
Jetzt gibt es eine schnelle Ausnahmeregelung. Für bestimmte Naturschutzflächen gelten normalerweise fixe Zeitpunkte, ab denen sie gemäht werden dürfen. Diese Vorgaben werden nun aufgehoben.
Die Bauern dürfen die betroffenen Wiesen sofort mähen und das Gras als zusätzliches Futter verwenden. "Gerade angesichts der aktuellen Trockenheit und der angespannten Futtersituation zählt für unsere Bäuerinnen und Bauern jeder Grashalm", erklärt Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger (ÖVP).
Die Möglichkeit, Naturschutzflächen früher zu mähen und damit zusätzliches Futter zu gewinnen, sei eine "wichtige und unbürokratische Entlastung" für die landwirtschaftlichen Betriebe. Auch Naturschutzreferent und Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner (FPÖ) begrüßt die Regelung.
"Für unsere bäuerlichen Familienbetriebe ist das angesichts der aktuellen Situation eine wichtige Erleichterung", erklärt Haimbuchner. Wenn eine frühere Mahd möglich sei, solle sie unter den schwierigen Bedingungen auch genutzt werden können.
Seine Forderung: Bei Förderauflagen brauche es in derart fordernden Zeiten "mehr Flexibilität und Hausverstand". "Diese Erleichterung ist ein gutes Beispiel dafür, dass man mit einer einfachen Entscheidung viel für unsere Landwirtschaft erreichen kann", so Haimbuchner.
Für Grünen-Landessprecher Stefan Kaineder ist die frühere Mahd aber nur ein "Tropfen auf den glühend heißen Stein". Es gehe lediglich um wenige Flächen und einige Tage. Er fordert deshalb einen eigenen Fördertopf für dürregeschädigte Betriebe: "Die Bäuer:innen brauchen echte Hilfe und keine Symbolpolitik."
Kaineder verlangt außerdem Investitionen in gesunde Böden, Wasserrückhalt und eine klimaresiliente Bewirtschaftung. "Die Bäuer:innen gehören zu jenen, die die Folgen der Klimakrise als Erste spüren", betont er.