Kaum liegt der Forderungskatalog auf dem Tisch, kommt aus dem Linzer Bürgermeisterbüro eine deutliche Antwort. Klimastadträtin Eva Schobesberger (Grüne) hatte am Mittwoch einen Zehn-Punkte-Plan präsentiert: Unter anderem sollen Kinder und Jugendliche in den Ferien gratis in die städtischen Freibäder dürfen.
Zudem fordert sie, dass besonders gefährdete Menschen bei Hitzewellen gezielt betreut und Schulen, Kindergärten sowie Seniorenheime besser geschützt werden. Auch mehr Bäume und Schatten, weniger versiegelte Flächen, ein Hitzetelefon, strengere Klimavorgaben für Großprojekte und zusätzliches Geld für Klimamaßnahmen stehen auf ihrer Liste.
SP-Bürgermeister Dietmar Prammer hält nun dagegen – und wirft den Grünen vor, bereits Erreichtes kleinzureden. "Entscheidend ist, was tatsächlich passiert. Und ein beträchtlicher Teil dessen, was jetzt gefordert wird, gibt es in Linz längst", erklärt Prammer.
Der Stadtchef betont: "Wir beginnen beim Hitzeschutz nicht bei null, sondern bauen auf zahlreichen bestehenden Maßnahmen auf." Linz verfüge bereits über einen eigenen Hitzeschutzplan, mehr als 30 "Coole Orte", über 90 Trinkwasserbrunnen und ein umfangreiches Mikroklimamessnetz. Ergänzend gebe es das bundesweite kostenlose Hitzetelefon.
Auch bei der Abkühlung sieht sich die Stadt gut aufgestellt: Sieben Kinderfreibäder sowie Pichlinger See, Pleschinger See und Kleiner Weikerlsee können kostenlos besucht werden. Zudem zähle Linz bei den Bäderpreisen zu den günstigsten Landeshauptstädten.
Prammer verweist außerdem auf laufende Projekte. So würden derzeit Standards für klimaresiliente städtische Gebäude finalisiert. Sie sollen im Herbst präsentiert werden und klare Grundlagen für Beschattung, Kühlung sowie die weitere Anpassung von Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden schaffen.
Für zusätzlichen Ärger sorgt beim Bürgermeister, dass im Zehn-Punkte-Plan auch Maßnahmen auftauchen, an denen laut Stadt bereits gearbeitet wird. So werde eine eigene Dürre-Koordination verlangt, obwohl entsprechende Vorbereitungen schon laufen würden.
"Beim Klimaschutz haben wir in Linz in den vergangenen Jahren gemeinsam viel auf den Weg gebracht", sagt Prammer. Dann legt er nach: "Schade, wenn bereits Erreichtes nun kleingeredet wird."