"Wie ein 0:5 im Fußball" – mit dieser drastischen Metapher brachte ÖSV-Damen-Cheftrainer Roland Assinger das Abfahrtsdebakel von Zauchensee auf den Punkt.
"Ich fühle mich heute wie ein Fußballtrainer nach einer 0:5-Niederlage. Und dann haben wir auch noch eine Verletzte – das ist bitter und passt leider genau zu diesem Tag", sagte Assinger gegenüber der APA. Beste Österreicherin war Cornelia Hütter als 20. mit 1,01 Sekunden Rückstand. Es war die schwächste Abfahrtsleistung der rot-weiß-roten Damen seit 16 Jahren. Zuletzt lag ein ÖSV-Team 2010 ähnlich weit zurück – ebenfalls vor Heimpublikum in Haus im Ennstal. Damals wurde Anna Fenninger (später Veith) 21., Siegerin war auch damals: Lindsey Vonn.
Ganz ohne positive Momente wollte Assinger den Tag aber nicht abschließen. "Kleine Lichtblicke gab es mit Leonie Zegg, die in ihrem ersten Weltcuprennen gleich gepunktet hat, und auch Carmen Spielberger hat angeschrieben. Das war das Positive. Ansonsten werden wir diesen Tag so schnell wie möglich abhaken und morgen mit neuer Zuversicht starten." Zu viele Fehler hätten an diesem Tag keinen Spielraum gelassen. "Dieses saubere, fehlerfreie Fahren ist uns im Kollektiv nicht gelungen."
Am Sonntag (12 Uhr) bietet der Super-G in Zauchensee die Chance zur Wiedergutmachung. Assinger betonte, dass dort im Gegensatz zur Abfahrt kein Herantasten möglich sei. "Im Super-G muss die erste Fahrt sitzen. Die Selbstverständlichkeit fehlt derzeit noch. Das ist vielleicht die schwierigste Disziplin – lange Riesentorlaufkurven, viel Tempo, Sprünge. Da muss das Selbstvertrauen zu hundert Prozent da sein."
Hütter, die im Super-G in dieser Saison Neunte in St. Moritz und Sechste in Val d’Isère wurde, blickt vorsichtig optimistisch nach vorne. "Das Grundkonzept passt wieder besser. Den 20. Platz in der Abfahrt hake ich schnell ab. Jedes Rennen ist ein neues Rennen, morgen ist ein neuer Tag."
Auch für die restlichen ÖSV-Damen heißt es: das Abfahrtsdebakel abhaken. Ariane Rädler, bisher einzige Österreicherin mit einem Top-10-Resultat im Super-G, hofft ebenso auf eine Steigerung wie Nina Ortlieb und Mirjam Puchner, die in dieser Disziplin noch nach ihrer Form suchen.