Aktuell ist die Asylunterkunft in Bad Kreuzen im Bezirk Perg leer. Zuletzt waren dort noch 30 Asylwerber untergebracht, mittlerweile wurden alle Bewohner auf andere Quartiere verteilt.
Grund für die Schließung ist die stark gesunkene Zahl der Asylanträge und der damit niedrigere Bedarf an Unterkünften. Komplett aufgegeben wird der Standort allerdings nicht, berichtet der ORF. Sollte der Bedarf künftig wieder steigen, könnte die Einrichtung erneut geöffnet werden.
"Die Einrichtung ist stillgelegt. Sie wird in die Vorhaltekapazitäten des Bundes übergehen. Wir sind mitten im Prozess der Stilllegung", erklärt laut ORF Andreas Achrainer, Geschäftsführer der Bundesagentur für Betreuungs- und Unterstützungsleistungen (BBU).
Wie stark die Zahlen zurückgegangen sind, zeigt ein Blick auf die Grundversorgung. Österreichweit befinden sich derzeit 4.800 Asylwerber in der Grundversorgung, so wenig wie seit 30 Jahren nicht.
Besonders deutlich ist die Entwicklung in Oberösterreich: Seit 1. Jänner 2024 sank die Zahl von 4.584 auf 1.433 Personen. Das entspricht einem Rückgang um rund zwei Drittel.
Damit werden auch weniger Unterkünfte benötigt. Die Zahl der Quartiere wurde innerhalb der vergangenen zwei Jahre von 217 auf 125 reduziert.
Für die Beschäftigten in Bad Kreuzen hat die Schließung direkte Folgen. Laut Bundesagentur können 30 Mitarbeiter nicht weiterbeschäftigt werden und werden gekündigt. Für die Betroffenen soll es einen Sozialplan geben, so der ORF.
Was künftig mit dem Gebäude passiert, ist noch nicht entschieden. In den kommenden Tagen sind dazu Gespräche mit der Gemeinde geplant. Auch die dortige Polizeihundeschule spielt bei den Überlegungen eine Rolle.
Bad Kreuzen ist nicht der einzige Standort, der betroffen ist. Der Bund schließt in den kommenden Tagen zwei weitere Asylquartiere in Österreich: Finkenstein in Kärnten und Graz-Andritz.