Einmal Österreichs Fußballhelden live anfeuern: Diesen Wunsch hatte Julia, die mit 32 Jahren schwer krank auf einer Palliativstation in Graz liegt. Der Verein "Rollende Engel" aus Wels organisierte für sie einen Ausflug ins Wiener Ernst-Happel-Stadion. Dort warteten drei Tore für Österreich – und eine Überraschung, die mit dem Spielstand nichts zu tun hatte.
Julias Palliativteam hatte sich an die Wunscherfüller gewandt. Für die Ehrenamtlichen war "sofort klar, dass wir alles geben werden, um diesen Wunsch zu erfüllen", berichtet der Verein. Es folgten Telefonate und E-Mails. Schon wenige Stunden später kam vom ÖFB die Zusage.
Die ehrenamtlichen Helfer holten die 32-Jährige im Grazer Krankenhaus ab. Auf der Station war bereits alles vorbereitet, Julia konnte den Aufbruch kaum erwarten. Mehr als drei Stunden dauerte die Fahrt nach Wien. Am Stadion durfte das Fahrzeug direkt bis zum Tor vorfahren und dort parken. Die letzten Meter zu ihrem Wunsch legte Julia auf der Trage zurück.
Der Verein "Rollende Engel" erfüllt seit Jahren letzte Herzenswünsche.
Spenden an die Organisation sind jederzeit willkommen:
Raiffeisenbank Wels
IBAN: AT79 3468 0000 0303 9500
Weitere Informationen: rollende-engel.at
Im Stadion empfingen sie Fangesänge, Fahnen und Tausende Menschen. Ihr Platz lag direkt neben dem Spielfeld. Beim Nations-League-Duell gegen den Kosovo am Sonntag gab es reichlich Grund zum Jubeln: Österreich gewann mit 3:1. "Julia strahlte über das ganze Gesicht", erzählen die "Rollenden Engel".
Sie lachte, jubelte und genoss die Atmosphäre. Ihre Krankheit und die Sorgen rückten für einige Stunden in den Hintergrund. Mit dem Schlusspfiff war der Ausflug noch lange nicht vorbei. Die Helfer durften Julia in den Spielertunnel bringen – dort begegnete sie der österreichischen Nationalmannschaft persönlich.
Die Spieler kamen auf die 32-Jährige zu, reichten ihr die Hand, umarmten sie und nahmen sich Zeit für den Fan. Michael Gregoritsch hatte ein besonderes Geschenk für Julia: Der Stürmer überreichte ihr persönlich sein Originaltrikot.
Alle Spieler unterschrieben darauf. Die junge Frau konnte laut ihren Begleitern kaum glauben, was gerade passierte. Der Verein beschreibt den Ausflug so: "Für einen Abend durfte Julia einfach nur Julia sein."