Gärten leer gefressen, Anrainer aus dem Schlaf geschrien und die Tierretter sogar mit einem Kack-Angriff von oben überrascht: Der Vogel, der monatelang in Buchleiten in Vöcklabruck herumirrte, hat sich seinen Spitznamen redlich verdient. Doris-Nicole Eder, Obfrau der Tierengel Austria Tierrettung, taufte ihn augenzwinkernd den "kleinen Terror-Pfau".
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Die Helfer hatten zuletzt eine große Lebendfalle aufgestellt. Darin: reichlich Futter und ein Spiegel. Schließlich passte dann offenbar alles zusammen: "Die Taktik hat heute Nacht funktioniert", freut sich Eder im neuerlichen Gespräch mit "Heute".
Auf Facebook feiern die Tierretter mit Humor: "Schachmatt, Fräulein Pfau!" Nach einem kühlen Abend folgte laut Eder ein wunderschöner Sonnenaufgang. Das Licht sorgte im Spiegel für eine Lichter-Show – und die Pfaudame flog herbei.
Nüsse und Samen wiesen ihr den Weg in die automatische Falle. Dort erblickte sie ihr Spiegelbild und begann sofort, Ruflaute von sich zu geben. Nach Eders Einschätzung hielt die Pfauhenne ihr Gegenüber für einen Artgenossen: "Pfaue haben kein Ich-Bewusstsein", erklärt sie. Heißt: Sie erkennen sich nicht selbst im Spiegel.
Entscheidende Unterstützung bekamen die Tierengel vom Grundstücksbesitzer: Er gewährte ihnen uneingeschränkten Zugang, tagsüber genauso wie nachts, und betreute auch die Falle mit. Als diese zuschnappte, war er sofort zur Stelle. Er deckte sie ab, damit es für das Tier dunkel wurde und es sich beruhigen konnte.
Dessen Kinder tauften die Pfaudame liebevoll auf den Namen "Mona Lisa". Anschließend wurde das Tier behutsam in eine Transportbox gesetzt und zum Tierheim Frankenburg gebracht. In ihrem neuen Zuhause wartet bereits ein Pfauherr. Diesmal muss sie sich für eine Bekanntschaft also nicht vor einen Spiegel stellen.
Woher die eigenwillige Gartengängerin ursprünglich stammt, ist weiterhin nicht geklärt. Laut Eder gibt es Hinweise, dass ihr Besitzer in der Nähe leben könnte. Bestätigt ist das allerdings nicht – namentlich habe sich bisher niemand als Besitzer zu erkennen gegeben.