Fast drei Jahre lang blieb ein mutmaßlicher Doppelmörder auf der Flucht. Doch kaum setzte das FBI ihn auf seine Liste der zehn meistgesuchten Verbrecher, war seine Freiheit schon wieder vorbei.
Der 33-jährige US-Amerikaner Samuel Ramirez Jr. wurde nur 73 Minuten nach seiner Aufnahme auf die Top-Ten-Liste festgenommen. Damit ist er laut Berichten der US-Nachrichtenseite CBS News der am schnellsten gefasste Flüchtige in der 117-jährigen Geschichte des FBI.
Ramirez Jr. wird beschuldigt, am 21. Mai 2023 an der Tötung von zwei Frauen in einer Bar in Federal Way im US-Bundesstaat Washington beteiligt gewesen zu sein. Kurz nach der Tat wurde ein Haftbefehl gegen den damals 31-Jährigen ausgestellt. Der Verdächtige tauchte jedoch unter und setzte sich schließlich nach Mexiko ab.
Im Dezember 2025 setzte das FBI zunächst eine Belohnung von bis zu 25.000 US-Dollar (rund 21.500 Euro) für Hinweise aus, die zu seiner Festnahme führen. Trotzdem blieb Ramirez Jr. weiter verschwunden.
Erst am vergangenen Dienstag erhöhte die US-Behörde die Belohnung auf bis zu eine Million Dollar (rund 860.000 Euro) und nahm ihn gleichzeitig offiziell in die Liste der zehn meistgesuchten Flüchtigen auf.
Kurz darauf kam Bewegung in den Fall. Nur 73 Minuten später wurde Ramirez Jr. in Culiacán im mexikanischen Bundesstaat Sinaloa festgenommen. Die Stadt zählt rund 800.000 Einwohner. Laut Bericht leistete der Verdächtige keinen Widerstand.
In einer Kurzmitteilung des FBI Seattle auf der Plattform X hieß es anschließend:
"Er wurde in die Vereinigten Staaten überführt und von der Polizei in Federal Way im Bundesstaat Washington in Gewahrsam genommen, wo er sich vor Gericht verantworten muss."
Wie genau der Gesuchte so schnell gefunden werden konnte, erklärte die US-Sicherheitsbehörde bislang nicht.
Der bisherige Rekord auf der Top-Ten-Liste des FBI stammte laut CBS News aus dem Jahr 1969. Damals wurde ein Flüchtiger festgenommen, nachdem er zwei Stunden lang auf der Liste der meistgesuchten Personen gestanden hatte.