Neue Dokumente aus den sogenannten Epstein-Akten bringen erneut den Namen von US-Präsident Donald Trump ins Spiel. Das US-Justizministerium veröffentlichte am Donnerstag (Ortszeit) weitere FBI-Unterlagen, die bisher fälschlicherweise als doppelt abgelegt galten.
In den nun freigegebenen Papieren befindet sich ein Vernehmungsprotokoll einer Zeugin. Diese erklärte gegenüber dem FBI, zwischen ihrem 13. und 15. Lebensjahr sowohl von dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein als auch von Trump missbraucht worden zu sein.
Laut dem Ermittlungsprotokoll schilderte die Zeugin, Epstein habe sie "entweder nach New York oder New Jersey" gebracht und ihr dort Trump vorgestellt. Als dieser versucht habe, sie zu Oralsex zu zwingen, habe sie ihn gebissen. Zudem gab sie an, dass sie und Personen aus ihrem Umfeld über Jahre Drohanrufe erhalten hätten, damit sie über die Vorfälle schweigen.
Die nun veröffentlichten Unterlagen waren laut Justizministerium zuvor irrtümlich als Dubletten gekennzeichnet gewesen und deshalb nicht öffentlich gemacht worden.
Trump hatte sich im vergangenen Jahr über Monate gegen eine Veröffentlichung der Epstein-Akten gestellt. Erst der US-Kongress zwang schließlich – auch mit Stimmen aus den Reihen seiner Republikanischen Partei – die Freigabe der Dokumente. Bereits früher veröffentlichte Fotos und Unterlagen weisen auf eine enge Verbindung zwischen Epstein und Trump hin. Ein Fehlverhalten des US-Präsidenten wurde bislang allerdings nicht nachgewiesen. Trump erklärte zudem, er habe die Beziehung zu Epstein bereits vor dessen Verurteilung im Jahr 2008 beendet.
US-Demokraten werfen der Regierung indes vor, belastende Details aus den Ermittlungen zurückzuhalten. Ein Ausschuss des Repräsentantenhauses beschloss am Mittwoch, Justizministerin Pam Bondi vorzuladen, um Fragen zum Umgang des Ministeriums mit den Epstein-Akten zu klären.
Nach Angaben von FBI und US-Justizministerium soll Epstein mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen missbraucht haben. Teilweise soll er Opfer auch an prominente Persönlichkeiten vermittelt haben.