Bericht des Stadtrechungshofs

Aufgedeckt! Reformstau & rote Zahlen bei Wiener Wohnen

Ein Bericht des Stadtrechnungshofs legt massive Probleme bei Wiener Wohnen offen: Reformstau und unübersichtliche Auslagerungen.
Wien Heute
04.12.2025, 16:36
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Bei Wiener Wohnen, Europas größtem Hausverwalter, herrscht seit Jahren ein undurchsichtiger Reform-Dschungel – zu diesem Ergebnis kommt der Stadtrechnungshof Wien in seinem aktuellen Prüfbericht.

Zwischen ständigen Umbauten, ausgelagerten Aufgaben und explodierenden Mitarbeiterzahlen verlieren laut Prüfern selbst Insider langsam den Überblick.

Chaos statt Effizienz

Die Verwaltung des riesigen Gemeindebau-Vermögens – fast 221.000 Wohnungen im Wert von 9,3 Milliarden Euro – verteilt sich auf Wiener Wohnen, mehrere Tochterfirmen und externe Dienstleister. Ein "Konzern", der keiner ist – aber wie einer funktioniert. Effizient ist das Ganze laut Bericht aber nicht.

Besonders heikel: 170 Organisationsänderungen hat Wiener Wohnen seit 2013 durchgezogen – viele davon ohne klares Konzept. Während die Zahl der klassischen Hausbesorger massiv sinkt, wachsen die ausgelagerten Bereiche rasant. Die Folge: Doppelgleisigkeiten, Schnittstellenchaos und ein immer größerer Verwaltungsapparat.

Wiener Wohnen schlittert ins Minus

Auch finanziell lief nicht alles rund: Wiener Wohnen nahm 2023 zwar 1,18 Milliarden Euro ein, gab aber 1,20 Milliarden aus – und fuhr damit ein dickes Minus ein. "Die in unseren Prüfersuchen geäußerte Vermutung, dass Verwaltungsänderungen und der rasante Anstieg der Beschäftigungszahlen bei Wiener Wohnen selbst, in Tochtergesellschaften und in gänzlich ausgegliederten Bereichen zu Wildwuchs in großen Bereichen und zu mehr Intransparenz und Doppelgleisigkeiten geführt haben statt zu mehr Effizenz, wurde leider bestätigt", so Kontrollsprecher der Grünen Wien, David Ellensohn.

Arbeitsbedingungen nicht geprüft

Auch im Callcenter herrscht Outsourcing: Wer bei Wiener Wohnen anruft, landet meist nicht bei der Stadt, sondern bei einer externen Firma. Die Arbeitsbedingungen der dort Beschäftigten – mehr als 500 Personen – konnte der Rechnungshof gar nicht prüfen. Grünen-Wohnsprecher Georg Prack fordert deshalb: Die Stadt müsse auch für ausgelagerte Mitarbeiter volle Kontrolle sicherstellen.

Etwas Positives

Immerhin: Manche Auslagerungen, etwa im Reinigungsbereich oder beim Management leerer Wohnungen, brachten laut Prüfern echte Einsparungen. Doch insgesamt bleibt ein klares Urteil: Der Riesenapparat braucht dringend ein neues, durchdachtes Organisationsmodell, sonst droht Reformstau.

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