Der ORF stellt seine Berichterstattung aus dem Nahen Osten neu auf – und das hat auch personelle Folgen. Nach mehr als zwei Jahrzehnten endet die Zeit von Karim El-Gawhary als fixer ORF-Korrespondent in Kairo. Sein Vertrag läuft Mitte 2026 aus, danach wird er nicht mehr in dieser Funktion tätig sein, sondern weiterhin als freier Journalist aus der Region berichten.
Parallel dazu treibt der öffentlich-rechtliche Sender den Umbau seines internationalen Korrespondentennetzes voran. Im Zuge eines Generationenwechsels soll die Nahost-Berichterstattung künftig breiter aufgestellt werden. Geplant ist die Eröffnung eines zusätzlichen ORF-Korrespondentenbüros im Nahen Osten.
ORF-Generaldirektor Roland Weißmann hat die zuständige Chefredaktion mit der Ausarbeitung eines entsprechenden Konzepts beauftragt. Ziel ist es, einen neuen Standort in einem arabischen Land im östlichen Mittelmeerraum zu finden. Die Entscheidung soll bis März 2026 fallen.
Das neue Büro soll bereits Mitte kommenden Jahres seinen Betrieb aufnehmen. Schrittweise werden dann die bisherigen Aufgaben des ORF-Büros in Kairo dorthin verlagert.
Karim El-Gawhary, der bekannteste Nahost-Experte des ORF, bleibt dem Sender vorerst erhalten. Sein Vertrag wurde bis Mitte 2026 verlängert, danach wird er jedoch weiterhin als klassischer Freelancer für den ORF aus und über Ägypten sowie den arabischen Raum berichten.
Die Neuordnung ist Teil einer umfassenderen strategischen Neuausrichtung. Der ORF spricht von einem aktiven Management des Generationenwechsels – ein Ansatz, der zuletzt auch bei personellen Veränderungen in den Korrespondentenbüros in Belgrad, Kiew, Budapest und der Schweiz umgesetzt wurde.
El-Gawhary selbst blickt gelassen auf den Umbruch: "Über zwei Jahrzehnte durfte ich für den ORF die arabische Welt widerspiegeln und werde das noch weitere letzte sechs Monate als Korrespondent in Kairo tun. Ich schaue nach vorne und werde sicherlich auch danach in Österreich und Deutschland eine öffentliche Stimme über die arabische Welt bleiben."