"Rolly Toys" macht zu

Aus für Spielzeug-Hersteller – alle verlieren ihren Job

Nach der Insolvenz ist endgültig Schluss: Der deutsche Spielzeug-Hersteller "Rolly Toys" sperrt sein Werk Ende des Jahres zu. Die Hintergründe.
André Wilding
27.07.2026, 09:48
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Nach 60 Jahren endet die Produktion der bekannten Trettraktoren in Neustadt bei Coburg. Der deutsche Spielzeug-Hersteller Franz Schneider GmbH & Co. KG, besser bekannt unter der Marke Rolly Toys, schließt sein Werk zum 31. Dezember 2026.

Von der Schließung sind mehr als 110 Beschäftigte betroffen. Das Familienunternehmen hatte nach der Insolvenz in Eigenverwaltung monatelang nach einer Lösung gesucht und mit möglichen Investoren verhandelt. Eine Fortführung der Produktion am bisherigen Standort konnte jedoch nicht erreicht werden.

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"Nicht mehr zu retten"

"Die Produktion in Neustadt ist nicht mehr zu retten. Damit geht ein Stück Spielzeuggeschichte verloren", sagte Geschäftsführer Frank Schneider gegenüber dem "Fränkischen Tag".

Die Marke Rolly Toys soll allerdings erhalten bleiben. Laut Schneider gibt es noch zwei Interessenten, die die Spielzeugproduktion übernehmen möchten. Gefertigt werden sollen die Produkte künftig jedoch an einem anderen Standort.

Besonders hart trifft das Aus viele langjährige Mitarbeiter. Ein großer Teil der Belegschaft ist zwischen 50 und 62 Jahre alt und muss sich nun beruflich neu orientieren. Für jene Beschäftigten, die bis zur Schließung im Betrieb bleiben, arbeitet die Geschäftsführung an einer zusätzlichen Prämie.

Ukraine-Krieg, Konkurrenz aus China

Als Gründe für das Aus nannte Frank Schneider gegenüber BILD mehrere Faktoren. Demnach verlor das Unternehmen 2025 seinen zweitgrößten Kunden. Zudem belasteten gestiegene Energiepreise nach Beginn des Ukraine-Kriegs, höhere Material- und Einkaufskosten, die Konkurrenz aus China sowie US-Zölle das Geschäft.

Die Franz Schneider GmbH & Co. KG wurde 1938 gegründet. 1966 brachte das Unternehmen seinen ersten Trettraktor auf den Markt. Zuletzt wurden auf dem rund 36.000 Quadratmeter großen Werksgelände jedes Jahr etwa 250.000 Kinderfahrzeuge produziert.

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