Es wird ernst für den einstigen Stadtchef: Luger, der vor knapp zwei Jahren unfreiwillig zurückgetreten ist, muss sich heute ab 9 Uhr vor dem Landesgericht Linz verantworten. Die Verhandlung ist auf drei Stunden anberaumt.
Was war passiert? Dem einst umtriebigen Bürgermeister wurde ein handfester Kultur- und schließlich Polit-Skandal zum Verhängnis: Er hatte Dietmar Kerschbaum vor dessen Hearing zum Brucknerhaus-Chef, der er schließlich auch wurde, die Fragen der zuständigen Kommission zugespielt.
Umstritten, aber unangefochten
Zunächst Linzer Planungsstadtrat folgte Klaus Luger, mittlerweile 65 Jahre alt, 2013 Franz Dobusch als Bürgermeister nach. In seiner Amtszeit entwickelte er den Industrie-Standort weiter zu einer modernen Lebens- und Kulturstadt.
Mit seiner forschen Art machte sich der streitbare SP-Chef nicht nur Freunde. Auch in den eigenen Reihen war Luger stets umstritten, aber bis zum Auffliegen der Affäre unangefochten.
Er betonte stets, die volle Amtsperiode – also bis 2027 – Bürgermeister zu bleiben. Daraus wurde aber nichts.
Dafür hat Luger, seitdem er den Hut genommen hat, deutlich mehr Zeit für seine Wahlheimat Kroatien und sein liebstes Hobby Fußball. Der bekennende Anhänger des FC Blau-Weiß Linz liebt außerdem Lesen und Kochen.
Als das noch nicht bekannt war, gab Luger schließlich ein Gutachten zur vermeintlichen Klärung der Misere in Auftrag. Im Sommer 2024 flog das Ganze auf, der Stadtchef – eigentlich stets bekannt für große Töne – trat kleinlaut zurück.
Ursprünglich sah es danach aus, dass die Causa außergerichtlich beigelegt wird. Die Diversion wurde aber aufgehoben. Luger, wegen Untreue angeklagt, drohen drei Jahre Haft. Es gilt die Unschuldsvermutung.