"Es ist einfach eine Katastrophe", sagte Rainhard G. im Vorjahr im Gespräch mit "Heute". Der Anrainer meinte damit die Kreuzung, bei der sich mit der Hauptstraße und der Freistädter Straße zwei Hauptverkehrswege treffen. Und: Auch Nebenstraßen münden dort. Der besorgte Anrainer ortete in der Schnittstelle ein enormes Sicherheitsrisiko.
Aus seiner Sicht herrsche Chaos, da die Situation für viele Lenker unübersichtlich sei. Was die Lage zusätzlich verschärft: In dem Bereich sind zahlreiche Fußgänger, darunter nicht wenige alte Menschen, unterwegs.
Aus dem Büro des zuständigen Vizebürgermeisters Martin Hajart (ÖVP) hieß es: "Grundsätzlich wird diese Kreuzung regelmäßig als vermeintlich unübersichtlich gemeldet." Das habe tatsächlich aber eine positive Auswirkung: "Dadurch ist ein sehr rücksichtsvolles und defensives Fahren zu beobachten."
Ungeachtet dessen startete Hajart einen Prozess zur Umplanung der Hauptstraße. Neuester Vorstoß der seit Monaten laufenden Initiative: die Aufwertung zu einer Begegnungszone. Erste Erfahrungen will der Verkehrsreferent jetzt mit sogenannten Parklets – Stadtmöbel auf früheren Parkflächen – sammeln.
Die Diskussion um das Viertel hat jetzt die streitbare Liste Linzplus auf den Plan gerufen: Politiker Lorenz Potocnik, selbst Stadtplaner, kritisiert ein "Kleinklein". Die "Behübschung" mit Möbeln werde an der Verkehrssituation und Aufenthaltsqualität nicht wirklich etwas ändern. "Da braucht es schon einen ernsthaften Plan."
Bei der Kreuzung zur Freistädter Straße würden rund 1.000 Quadratmeter Fläche brachliegen, erklärt Potocnik. "Ich sehe hier das 'Sternplatzl'", schwebt ihm eine völlige Umstrukturierung in Anspielung an die Stern Apotheke an der Stelle vor. "Du bist dran!", so sein Appell in Richtung des stellvertretenden Stadtchefs.
Potocnik kündigten einen Gemeinderatsantrag zur "Hebung dieses stadträumlichen Potenzials" an. Er pocht auf externe Gestalter und einen kleinen Ideenwettbewerb – weit über eine technische Verkehrslösung hinaus. Der Politiker ist überzeugt: Die verbesserte Kreuzung würde die geplante Beruhigung der Hauptstraße massiv fördern.