Der Weg zum Führerschein wird für viele Jugendliche und ihre Familien immer teurer. Ein aktueller Preisvergleich der Arbeiterkammer OÖ zeigt: Je nach Fahrschule liegen zwischen dem günstigsten und dem teuersten Angebot mehrere hundert Euro.
Wer den klassischen B-Führerschein machen möchte, muss derzeit zwischen 1.580 und 2.177 Euro auf den Tisch legen. Im Schnitt kostet die Ausbildung in OÖ 1.932 Euro. Besonders auffällig: Zwischen der billigsten und der teuersten Fahrschule klafft eine Differenz von bis zu 597 Euro.
Auch beim beliebten L17-Modell gehen die Preise weit auseinander: Die Kosten liegen zwischen 1.670 und 2.149 Euro, durchschnittlich werden 1.939 Euro fällig. Etwas günstiger fällt die duale Ausbildung aus: Hier bewegen sich die Preise zwischen 1.260 und 1.759 Euro, im Schnitt bei 1.565 Euro.
Doch mit der Grundausbildung allein ist es oft nicht getan. Wer zusätzliche Fahrstunden benötigt, zahlt dafür noch einmal zwischen 70 und 140 Euro pro Einheit. Nach bestandener Prüfung kommen außerdem verpflichtende Perfektionsfahrten dazu. Diese kosten je nach Fahrschule zwischen 180 und 340 Euro.
Ein weiterer Kostenfaktor sind Lernunterlagen. Bei sieben Fahrschulen sind sie schon im Preis enthalten, andere Betriebe dafür bis zu 80 Euro extra. Dazu kommen noch Behördengebühren, das ärztliche Gutachten sowie der Erste-Hilfe-Kurs. Wer bei der Prüfung durchfällt, muss meist ebenfalls tiefer in die Tasche greifen – manche Fahrschulen verzichten allerdings bei der Theorieprüfung auf Wiederholungsgebühren.
– Preise genau vergleichen und nicht nur auf den Gesamtbetrag achten
– Nach Erfahrungen von ehemaligen Fahrschülern fragen
– Auf Extras wie kostenlose Übungsparkplätze oder kostenlose Prüfungswiederholungen achten
– Teilzahlungen vereinbaren, wenn möglich
– AK-Mitglieder erhalten 100 Euro Zuschuss für das verpflichtende Fahrsicherheitstraining
Kritik übt die AK an der mangelnden Transparenz vieler Anbieter. Nur 14 Fahrschulen veröffentlichen ihre Preise auf der Website. In sechs Bezirken – Braunau, Gmunden, Ried, Steyr, Vöcklabruck und Wels-Land – war laut AK keine einzige Fahrschule bereit, Preise bekanntzugeben.
Zudem zahlen viele Fahrschüler den Gesamtbetrag im Voraus. Bei Insolvenzen oder behördlichen Schließungen hätten "viele hundert Betroffene die vorausgezahlten Beträge verloren", erklären die Konsumentenschützer.
Den gesamten Preisvergleich der AK gibt es hier.