Wer ein Elektroauto fährt, könnte sich jedes Jahr über einen netten Geldbonus freuen. Das Problem: Viele wissen gar nicht, dass sie Anspruch darauf haben.
Die Rede ist von der sogenannten THG-Prämie, auch ePrämie genannt. Dahinter steckt die Möglichkeit, die eigene CO₂-Einsparung zu Geld zu machen. Je nach Anbieter winken aktuell bis zu 100 Euro pro Jahr – und das mit nur wenigen Klicks.
Unternehmen, die fossile Kraftstoffe verkaufen, müssen ihren CO₂-Ausstoß gesetzlich reduzieren. Um die Vorgaben zu erfüllen, können sie die eingesparten Emissionen von Elektroautos anrechnen lassen.
Genau hier kommt die THG-Prämie ins Spiel. Die CO₂-Einsparungen von E-Autos werden gebündelt und an diese Unternehmen verkauft. Ein Teil der Erlöse landet anschließend bei den Fahrzeughaltern.
Für Besitzer eines reinen Elektroautos bedeutet das: Geld kassieren, nur weil sie elektrisch unterwegs sind.
Branchenvertreter schlagen nun Alarm. Trotz steigender Zulassungszahlen bei Elektroautos bleibt Jahr für Jahr ein beträchtlicher Teil der verfügbaren Prämien unbeansprucht. "Viele wissen nicht, dass sie Geld bekommen können – nur weil sie elektrisch unterwegs sind", sagt Philipp Halla von Instadrive.
Laut Experten liegt das Problem nicht an mangelndem Interesse, sondern daran, dass das System vielen Autofahrern schlicht unbekannt oder zu kompliziert erscheint. "Die THG-Prämie ist kein Bonus für Spezialisten, sondern ein allgemeiner Anspruch für alle, die elektrisch unterwegs sind", so Philipp Halla von Instadrive.
Im Vorjahr zahlten zahlreiche Anbieter zwischen 80 und 90 Euro pro Fahrzeug aus. Dazu gehörten unter anderem Elektrovorteil, eQuotNow, Smatrics und wirkaufendeinthg.
Die höchsten Fixbeträge gab es bei Instadrive, OnlineFuels, dem Salzburger Lagerhaus und Verbund. Dort konnten sich E-Autobesitzer bis zu 100 Euro sichern. Ein Vergleich der Anbieter lohnt sich daher jedes Jahr aufs Neue.
Der Aufwand hält sich dabei in Grenzen. Für die Beantragung werden lediglich der Zulassungsschein sowie die Kontodaten benötigt. Der gesamte Prozess dauert meist weniger als eine Minute und kann bequem online erledigt werden.
Für die Prämie des Jahres 2025 endete die Einreichfrist bereits im Februar 2026. Für das aktuelle Jahr können E-Autobesitzer ihre THG-Prämie aber wieder beantragen und sich den Bonus sichern.
Die THG-Prämie ist Teil der Klimaschutzmaßnahmen im Verkehrssektor. Durch die gesetzliche CO₂-Bepreisung sollen Unternehmen dazu motiviert werden, ihren Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren.
Elektroautos verursachen im Betrieb deutlich weniger Emissionen als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Diese Einsparung wird finanziell bewertet – und teilweise an die Besitzer der Fahrzeuge weitergegeben.
"Wir reden ständig darüber, wie man E-Mobilität stärker ins Bewusstsein rückt. Die THG-Prämie wäre dafür der einfachste Einstieg: ein echter, wiederkehrender Euro-Erlös – jedes Jahr", sagt Halla. Wer also ein reines Elektroauto besitzt, sollte prüfen, ob er sich die Prämie bereits gesichert hat. Denn sonst bleibt bares Geld auf der Straße liegen.