Mit einer neuen Ausbildungsschiene will der Fonds Soziales Wien (FSW) dem wachsenden Personalmangel im Pflegebereich entgegenwirken. Seit Herbst läuft am FSW-Bildungszentrum erstmals die Ausbildung "Pflegestarter:innen" – ein Angebot, das Jugendlichen bereits ab 15 Jahren einen altersgerechten Einstieg in den Pflegeberuf ermöglicht.
Die Prognosen zeigen klar: Bis 2030 braucht Wien rund 9.000 zusätzliche Pflegekräfte. Insgesamt sollen bis dahin über 16.000 Menschen in Wien ausgebildet werden. Die "Pflegestarter:innen"-Initiative ist Teil der großen Ausbildungsoffensive "Pflege Zukunft Wien", die 2019 vom FSW, der FH Campus Wien und dem Wiener Gesundheitsverbund ins Leben gerufen wurde.
Die neue, dreijährige "Pflegestarter:innen"-Ausbildung, die im Herbst gestartet wurde, schließt nun eine wichtige Lücke: Erstmals können Jugendliche ab 15 Jahren ihre Ausbildungspflicht erfüllen und gleichzeitig in einen gefragten Beruf starten. Ein Drittel der ersten Kohorte sind Burschen.
"Ich freue mich, so viele junge und motivierte Menschen zu sehen, die einen so wichtigen Beruf ergreifen wollen. Die 'Pflegestarter:innen' sind Teil unserer Strategie, qualitativ hochwertige und leistbare Pflege in Wien sicherzustellen", erklärte Sozialstadtrat Peter Hacker (SPÖ) bei einem Besuch der Auszubildenden.
Durch die Einbettung ins Schulsystem sollen Jugendliche behutsam und praxisnah an den Pflegeberuf herangeführt werden. Die Ausbildung ist mehrphasig aufgebaut, startet mit einem Vorbereitungsjahr, theoretischen und praktischen Grundlagen und nach der Vollendung des 17. Lebensjahres mit begleitenden Praktika. Die Abschlussprüfung berechtigt zur Arbeit als Pflegeassistenz oder zur weiteren Ausbildung zur Pflegefachassistenz.
"Junge Menschen wachsen hier Schritt für Schritt in die Welt der Pflege hinein. Unser Ziel ist, dass sie Pflege nicht nur lernen, sondern als sinnstiftenden Beruf erleben", erklärt die Direktorin der Wiener Schule für Pflegeberufe, Barbara Fritz. Und FSW-Geschäftsführerin Anita Bauer ergänzt: "Pflege ist ein Zukunftsthema – für die Stadt und für junge Menschen. Ich bin stolz, heute die ersten hochmotivierten 'Pflegestarter:innen' zu treffen."
Das FSW-Bildungszentrum bietet mehrere Wege in die Pflege – von der Pflege mit Matura über die Pflegeassistenz bis zur Fachschule für Sozialberufe. Auch Beratung gibt es reichlich: 2024 wurden in der Bildungsberatungsstelle 1.722 Beratungen durchgeführt. Die Anmeldungen für das nächste Schuljahr starten im Jänner. Ab 2026 sollen jährlich 50 Ausbildungsplätze für "Pflegestarter:innen" zur Verfügung stehen.