Statt stationär im Krankenhaus sollen Patienten künftig öfter ambulant behandelt und digital beraten werden – das ist zumindest der Plan von Gesundheits-Stadtrat Peter Hacker (SPÖ): "Die gesamte Gesundheitsversorgung wird ambulanter", kündigte Hacker den Strukturplan "Gesundheit Wien 2030" an – "Heute" berichtete.
Statt bisher etwa 9.200 soll es dann nur noch rund 8.400 stationäre Betten geben, berichtet der ORF. "Es zählen nicht die Betten, sondern die Leistungen", betonte Hacker. Kritik kommt aber nun von den Ordensspitälern. Vom Abbau betroffen seien vor allem das Herz-Jesu-Krankenhaus in Erdberg (Landstraße) und das Orthopädische Spital Speising (Hietzing), heißt es von den Vinzenz Kliniken.
Die Ordensspitäler erfüllen für die Stadt Wien einen Versorgungsauftrag. Laut eigenen Angaben kümmern sich beide Einrichtungen derzeit um jeden zweiten orthopädischen Kassenpatienten in Wien – insgesamt stellen sie 325 Spitalsbetten dafür zur Verfügung. Im Herz-Jesu-Krankenhaus mit 85 Betten werden pro Jahr 7.000, in Speising mit 285 Betten rund 15.000 orthopädische Patienten betreut.
Doch im regionalen Strukturplan 2030 sei eine Reduktion der Planbetten in den beiden orthopädischen Fachkliniken um knapp 50 Prozent vorgesehen – das würde einen Wegfall von 159 Betten bedeuten.
Gerade in einem Fachgebiet, wo die Wartezeiten schon jetzt sehr lang seien, würden sich diese noch weiter verlängern, erklärte Bernhard Tousek, Geschäftsführer im Orthopädischen Spital Speising, gegenüber "Wien heute". In der Orthopädie, wo es zahlreiche ältere Patienten gebe – Tendenz steigend – werden Operationen mit stationärem Aufenthalt weiter notwendig sein, so Tousek. Hier Betten einzusparen, sei "der falsche Weg".
Der "Regionale Strukturplan 2030" gehe jetzt einmal in Begutachtung, und alle Träger seien dazu aufgerufen, sich an der Begutachtung zu beteiligen, Stellungnahmen zu schreiben und "vor allem überzeugende Argumente zu liefern", entgegnete Hacker und zeigte sich gesprächsbereit.
Wenn die Vinzenz-Gruppe eine gute Kooperation mit dem Wiener Gesundheitsverbund (Wigev) vorschlage, um die OP-Termine noch schneller abwickeln zu können, "wäre das ein wunderbarer Vorschlag". Die Ordensspitäler setzen daher noch auf eine Gesprächsrunde mit dem Stadtrat vor dem Beschluss des Bettenabbaus.