Wer nach der Schule, dem Studium oder einfach für eine Auszeit nach Australien will, muss sich derzeit auf eine wichtige Einschränkung einstellen. Seit Anfang Juli werden "Work and holiday"-Visa für Antragsteller aus 23 Ländern nicht mehr genehmigt – davon betroffen ist auch Österreich.
Eigentlich sollte die Maßnahme nur vorübergehend gelten. Die australische Regierung hatte erklärt, damit die Anträge "über das Jahr gleichmäßiger zu verteilen" und zugleich die Nettozuwanderung besser kontrollieren zu wollen. Doch die Aussetzung ist bis heute nicht aufgehoben worden, berichtet die "Presse" in ihrer Mittwoch-Ausgabe.
Das betroffene Visum richtet sich an Menschen zwischen 18 und 30 Jahren. Es erlaubt ihnen, für ein Jahr in Australien zu leben und zu arbeiten. Besonders bei Rucksacktouristen ist diese Möglichkeit beliebt.
Nicht nur Österreicher sind vom aktuellen Stopp betroffen. Auch Anträge aus Luxemburg und der Schweiz werden derzeit nicht genehmigt.
Die Aussetzung ist Teil einer insgesamt strengeren australischen Einwanderungspolitik. Erstmals wurde etwa ein Studiengang wegen mutmaßlichen Visamissbrauchs gestrichen. Darüber hinaus will die Regierung das punktebasierte Einwanderungssystem "General Skilled Migration" überarbeiten.
Politisch steht die sozialdemokratische Regierung beim Thema Migration unter Druck. Vor allem die rechtspopulistische Partei One Nation verlangt seit Jahren deutlich strengere Regeln. Bei einer Nachwahl im Mai gelang ihr erstmals der Einzug mit einem Sitz ins australische Unterhaus.