Australien greift durch

Backpack-Visa auf Eis gelegt – auch für Österreich

Australien bremst die Zuwanderung und pausiert Work-and-Holiday-Visa für 23 Länder. Auch Anträge aus Österreich werden derzeit nicht genehmigt.
Newsdesk Heute
08.09.2026, 18:56
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Für Reisende wird der geplante längere Aufenthalt in Australien derzeit schwieriger. Canberra hat die Bearbeitung von Work-and-Holiday-Visa für 23 Länder vorläufig auf Eis gelegt – darunter auch für Österreich.

Bereits seit Anfang Juli werden entsprechende Anträge aus Österreich, Luxemburg und der Schweiz vom australischen Innenministerium vorerst nicht genehmigt. Anfang September war die Pause weiterhin aufrecht, berichtet die "Presse".

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Als Grund für die Maßnahme hieß es ursprünglich, die Anträge sollten "über das Jahr gleichmäßiger zu verteilen" sein. Gleichzeitig will die australische Regierung die Nettozuwanderung stärker unter Kontrolle bringen.

Deutsche nicht von Visa-Stopp betroffen

Nicht alle Länder sind von der Einschränkung betroffen. Deutschland zählt zu einer Gruppe von 19 Staaten, für die das Kontingent nicht beschränkt wurde.

Das Working-Holiday-Programm hat nach dem Ende der Pandemie stark zugelegt. Ende Juni hielten sich mehr als 225.000 junge Menschen mit einem entsprechenden Visum in Australien auf – so viele wie noch nie.

Mittlerweile machen sie 17,5 Prozent der gesamten Nettozuwanderung aus. Diese ist angesichts hoher Lebenshaltungs- und insbesondere Wohnkosten zunehmend Gegenstand politischer Debatten.

Punktesystem soll geändert werden

Migration ist gleichzeitig ein wichtiger Bestandteil der australischen Wirtschaft. Das Innenministerium unterscheidet mehrere Wege der Zuwanderung, darunter qualifizierte Migration, von Arbeitgebern unterstützte Visa, Familien- und Partnermigration sowie humanitäre Visa.

Eine wichtige Säule ist die General Skilled Migration. Bewerber sammeln dabei Punkte etwa für Alter, Englischkenntnisse, Berufserfahrung und akademische Qualifikationen. Personen zwischen 25 und 32 Jahren können für ihr Alter maximal 30 Punkte bekommen. Eine Nominierung durch einen australischen Bundesstaat kann zusätzliche Punkte bringen.

Auch dieses Modell soll verändert werden. Ab Mitte 2027 will die Regierung die Punktevergabe überarbeiten. Jüngere und hochqualifizierte Bewerber mit besonders guten Englischkenntnissen sollen dabei stärker gewichtet werden.

Wirtschaft braucht junge Arbeitskräfte

Die Einschränkungen bei den Backpacker-Visa sorgen allerdings auch für Bedenken. Junge ausländische Arbeitskräfte sind für mehrere Branchen von großer Bedeutung.

Besonders Gastronomie, Pflege, Gesundheitswesen und Landwirtschaft greifen auf diese Arbeitskräfte zurück. In landwirtschaftlichen Betrieben spielen sie vor allem während der Erntesaison eine wichtige Rolle. Mehrere Wirtschafts- und Branchenverbände äußerten deshalb Sorgen über mögliche Folgen eines Rückgangs.

Canberra will die jährliche Nettozuwanderung von zuletzt rund 300.000 auf 225.000 Menschen reduzieren.

Regierung geht gegen Studenten-Schlupfloch vor

Neben den Backpackern nimmt die Regierung auch internationale Studenten ins Visier. Dabei geht Canberra gegen Studienangebote vor, die offenbar dazu genutzt wurden, den Aufenthalt im Land über Jahre zu verlängern.

Julian Hill, Staatssekretär für internationale Bildung, strich erstmals einen Studiengang: das sogenannte "Graduate Diploma of Management". Dieser soll als Möglichkeit genutzt worden sein, den Aufenthalt in Australien über einen längeren Zeitraum auszudehnen. Hill sprach von einem "chronisch missbrauchten System".

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