Die Austria steckt tief in der Krise, Rapid lacht von der Tabellenspitze. Trotzdem gibt sich der neue Veilchen-Trainer Max Uhlig vor dem 351. Wiener Derby am Sonntag kämpferisch. Der 33-Jährige glaubt, beim Erzrivalen und Tabellenführer der Bundesliga Schwachstellen entdeckt zu haben.
"Es gibt Punkte, wo sie nicht so gut sind, wo man sie erwischen kann", erklärte Uhlig bei der Pressekonferenz vor dem Derby. Welche Schwächen er bei den Hütteldorfern ausgemacht hat, wollte der Interimstrainer allerdings nicht verraten.
Dabei weiß Uhlig um die Qualitäten des Gegners. "Der Trainer hat der Mannschaft eine klare Handschrift aufgedrückt. Sie haben ihren Fußball durchgezogen, es klickt jetzt mehr, es funktioniert besser", lobte er die Arbeit von Rapid-Coach Johannes Hoff Thorup. Das sei ein Beispiel dafür, was passieren könne, wenn man einen Trainer arbeiten lasse. Seine eigene Mannschaft will er dennoch nicht in einer abwartenden Rolle sehen. "Es geht darum, dass wir dem Gegner die Stärken nehmen."
Die Ausgangslage könnte kaum unterschiedlicher sein. Rapid führt die Bundesliga an, die Austria liegt nach zehn Runden mit nur sieben Punkten auf Rang elf. Satte 20 Zähler trennen die beiden Wiener Rivalen. "Unser Ziel ist es, den Gap so wenig wie möglich sichtbar zu machen", erklärte Uhlig. Wie groß der Unterschied auf dem Platz tatsächlich sei, werde sich erst am Sonntag zeigen.
Hoffnung macht den Violetten ausgerechnet die jüngste Derby-Bilanz. Rapid konnte keines der vergangenen vier Duelle gewinnen und holte dabei nur einen Punkt. Für Uhlig ist das Spiel eine große Chance, nach dem Trainerwechsel und dem enttäuschenden Saisonstart wieder für Aufbruchsstimmung zu sorgen. "Es gibt kaum ein besseres Spiel, um da das Ruder herumzureißen."
Personell gibt es ebenfalls positive Nachrichten: Reinhold Ranftl ist wieder genesen, Philipp Wiesinger steht ebenfalls wieder zur Verfügung. Auch Wilhelm Vorsager, Kapitän der Young Violets, könnte erneut in der Startelf stehen. Für Uhlig, der vorerst bis Jahresende als Austria-Trainer bestätigt ist, wird das Derby jedenfalls zu einer besonderen Bewährungsprobe.