Der tödliche Vorfall in Belgien liegt bereits vier Jahre zurück. Im August 2022 war Lars J. aus der Provinz Antwerpen mit dem Fahrrad unterwegs, als er mitten im Training von einem Auto niedergefahren wurde. Der damals 16-Jährige wollte laut 20 Minuten gerade abbiegen, als ihn der Wagen von Xavier G. erfasste. Lars wurde durch die Wucht des Aufpralls von seinem Rad geschleudert und schwer verletzt. Wenige Tage später starb er im Spital. Das Fahrrad zerbrach beim Unfall in zwei Teile. Besonders erschütternd: Der Lenker stand zum Unfallzeitpunkt unter dem Einfluss von Cannabis.
Drei Jahre nach dem Unfall wurde das Verfahren eingestellt, berichten belgische Medien. Die Staatsanwaltschaft kam zum Schluss, dass Xavier G. nicht für den Unfall verantwortlich gemacht werden könne. Auch der Drogenkonsum blieb für ihn ohne strafrechtliche Konsequenzen, weil die Tat inzwischen verjährt war. Für die Familie von Lars J. ein schwerer Schlag – und leider nicht der letzte.
Wie die flämische Zeitung "Het Laatste Nieuws" berichtet, fordert der Autofahrer nun 8.000 Euro Schadenersatz von den Eltern des getöteten Buben. Sein Wagen sei durch den Crash beschädigt worden. Die Familie von Lars ist fassungslos: "Man muss schon wirklich dreist sein, um ein Kind zu überfahren und dann auch noch von den Eltern Schadenersatz zu fordern", sagen Debby und Guy J.
"Unser Sohn kam bei einem Autounfall ums Leben. Der Fahrer hatte die vierfache Menge Cannabis im Blut, die erlaubt ist. Er wird nicht angeklagt, und wir werden demnächst vor Gericht erscheinen, um den Schaden an seinem Auto zu bezahlen." Der Anwalt der Familie, Walter Damen, findet deutliche Worte: "In diesem Fall ist jegliches moralische Empfinden verloren gegangen."
Laut HLN haben die Anwälte der Familie inzwischen eigene Sachverständige eingeschaltet und Xavier G. erneut vor Gericht geklagt. Das Gericht muss jetzt noch einmal entscheiden, wer für den tödlichen Unfall verantwortlich ist.