Nachtfahrverbot

Autoposer werden aggressiver – Bezirk greift nun durch

Aufheulende Motoren, getunte Luxusautos und genervte Anrainer: Die Autoposer sorgen in der Wiener Innenstadt weiterhin für Ärger.
05.11.2026, 09:35
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Vor allem an den Wochenenden wird die Wiener Innenstadt zur Rennstrecke für Autoposer. Meist junge Männer drehen mit ihren teuren, oft aufgemotzten Luxusautos ihre Runden durch den ersten Bezirk, lassen die Motoren aufheulen und bringen damit die Anrainer um ihren Schlaf. Jetzt soll ein Nachtfahrverbot für Ruhe sorgen.

Wie der ORF berichtet, hat die Bezirksvorstehung einen Antrag bei der zuständigen MA 46 eingebracht. Geprüft werden soll ein Probebetrieb für ein nächtliches Fahrverbot, das für Nichtanrainer gelten könnte.

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Autoposer werden immer aggressiver

Seit dem Sommer gehen verzweifelte Anrainer regelmäßig auf die Straße, stellen sich den Autoposern bei Protestaktionen sogar in den Weg. Auch die Wiener Polizei führte verstärkt Schwerpunktkontrollen durch. Doch der erhoffte Erfolg blieb bislang aus. Im Gegenteil: Die Situation soll sich zuletzt sogar verschärft haben.

"Die Autoposer fahren weiterhin ihre Runden. Was hier noch hinzugekommen ist, ist, dass das Verhalten grundsätzlich auch etwas aggressiver geworden ist", schildert Marisol Eggenburg-Piber, Initiatorin der Anrainer-Proteste. Eggenburg-Piber hofft nun, dass die Verantwortlichen das Problem endlich ernst genug nehmen, "dass man hier wirklich auch ein System findet, das das auch wirklich umsetzen kann".

Nachtfahrverbot könnte an Gesetzen scheitern

Ob das geplante Fahrverbot tatsächlich umgesetzt werden kann, ist allerdings fraglich. Denn rechtlich ist die Sache kompliziert. "Vor allem muss ein Erfordernis bestehen. Zusätzlich dürfen keine gelinderen Mittel existieren, die ich vielleicht ausschöpfen könnte, bevor ich ein solches strenges Verbot erlasse", erklärt ÖAMTC-Verkehrsexperte Matthias Nagler gegenüber dem ORF.

Ein weiteres Problem ist die Kontrolle. Schließlich müsste sichergestellt werden, dass sich Autofahrer auch tatsächlich an das nächtliche Fahrverbot halten. "Je größer das Gebiet, das zu überwachen ist, desto schwieriger wird die Kontrolle. Das kann kein einzelner Polizist mehr lösen. Da brauche ich automatisierte Überwachung", so Nagler.

Auch Lärmblitzer vorerst keine Lösung

Neben dem Nachtfahrverbot setzt sich der erste Bezirk auch für sogenannte Lärmblitzer ein. Diese sollen besonders laute Fahrzeuge erfassen – ähnlich wie Radargeräte bei Geschwindigkeitsüberschreitungen. Doch auch hier gibt es einen Haken: Laut ÖAMTC fehlt derzeit die entsprechende rechtliche Grundlage für eine automatisierte Überwachung.

"Ganz klar muss man sagen: Unnötig mit Autos Lärm erregen hat auf öffentlichen Straßen nichts zu suchen. Ich befürchte nur, dass die Erwartungen an die vorgeschlagenen Maßnahmen wie Verbote oder Überwachung etwas zu hoch gegriffen sind", warnt Nagler.

Nachtfahrverbot scheiterte schon zweimal

Neu ist die Idee eines Nachtfahrverbots für die Wiener Innenstadt übrigens nicht. Bereits 2006 und 2013 wollte die damalige ÖVP-Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel den nächtlichen Autoverkehr im ersten Bezirk einschränken.

Damals erteilte die MA 46 den Plänen allerdings eine Absage. Nun unternimmt der Bezirk einen neuen Anlauf. Ob die Behörde diesmal grünes Licht gibt und wann ein möglicher Probebetrieb starten könnte, ist noch offen.

red, 05.11.2026, 09:35
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