Kilometerlange Staus, aufheulende Motoren und durchdrehende Reifen: Ein Autotreffen hat am Wochenende die Region rund um Rijeka und die Insel Krk ins Chaos gestürzt. Rund 5.000 Menschen mit 1.500 Autos sollen dabei gewesen sein. Jetzt geraten zwei österreichische Gruppierungen ins Visier.
Eigentlich war das Treffen als offizielles "Stance Adria" angemeldet. Veranstalter Matej Marijanović sagt gegenüber HRT Vijesti jedoch, dass sein Event von anderen Gruppen übernommen worden sei, wie die "Kleine Zeitung" berichtet.
"Dahinter stehen Gruppierungen junger Österreicher, die bereits in Österreich und Italien dazu aufriefen, Events zu übernehmen und daraus anarchische und chaotische Autotreffen zu machen." Die Folgen waren laut den vorliegenden Informationen deutlich sichtbar: Auf öffentlichen Straßen kam es zu Driftrennen, Auspuffknallereien und durchdrehenden Rädern. Tankstellen und Parkplätze von Einkaufszentren wurden belagert und blockiert.
Marijanović nennt zwei österreichische Gruppierungen, die für die illegalen Treffen verantwortlich sein sollen: "TSNS" und "CGG".
Die Organisation solcher Zusammenkünfte laufe über soziale Medien. Orte würden häufig erst sehr kurzfristig bekanntgegeben. Laut Marijanović würden inzwischen aber auch legal angemeldete Veranstaltungen zum Ziel solcher Gruppen.
Auf den Instagram-Seiten der beiden Gruppierungen finden sich Videos von Treffen in Kroatien, Italien, Ungarn und Österreich. Auch Aufnahmen aus Velden sind zu sehen. Ein Video soll beim "GTI"-Treffen 2023 in Kärnten entstanden sein und wurde mit dem Satz "So schnell werdet ihr uns nicht los!" veröffentlicht.
Auch in Kärnten sind die Gruppierungen der Polizei bekannt. Oberst Hans-Peter Mailänder, Stadtpolizeikommandant von Klagenfurt, sagt laut der "Kleinen Zeitung": "Wir beobachten sie und sehen solche Aufrufe im Netz während des Treffens in Kärnten und sind in der Regel schnell vor Ort." Man konzentriere sich darauf, dass die Verkehrsregeln eingehalten werden. Das habe in den vergangenen Jahren gut funktioniert.
Allein anhand von Videos aus sozialen Medien könne die Polizei allerdings nicht einschreiten, erklärt Mailänder. Es würden wesentliche Informationen wie der genaue Tatort, der exakte Tatzeitpunkt und der konkrete Täter fehlen. Die Organisatoren solcher illegalen Treffen stünden aber unter Beobachtung spezialisierter Polizeibeamter.
Für Veranstalter legaler Autotreffen sind die sogenannten "Takeovers" ein zunehmendes Problem. Dabei werden Orte besetzt und anschließend illegale Shows veranstaltet.
Marijanović sagt: "Ihre Botschaft ist Anarchie, das ist ihr Bild der Autoszene und dieses falsche Bild überschattet alles Positive, das wir Veranstalter für die Gemeinschaft von Autofans organisieren. Die negativen Folgen bleiben dann an uns hängen." Er fürchtet, dass legale Veranstaltungen dadurch künftig unmöglich werden oder sogar verboten werden könnten.
Auch Andreas Füllborn, Veranstalter der XS-Carnight, kennt die Gruppen. In Kärnten habe man in den vergangenen drei Jahren durch gute Kommunikation mit der Polizei Eskalationen verhindert. "Wir haben es geschafft die letzten drei Jahre Ruhe nach Kärnten zu bringen und haben durch gute Kommunikation solche Eskalationen im Keim erstickt."
Dass hinter den Vorfällen überwiegend Österreicher stecken, lasse sich laut den vorliegenden Informationen allerdings nicht ableiten. Die kroatische Polizei spricht von einem europaweiten Problem.
Am Wochenende wurden 365 Strafzettel ausgestellt. 44 Fahrzeuge wurden stillgelegt. Neben Einheimischen waren auch 24 Deutsche, acht Polen, vier Tschechen, drei Niederländer sowie jeweils ein Ungar und ein Schweizer betroffen.