"Viel Nebel im September über Tal und Höh’, bringt im Winter tiefen Schnee." Dieser alte Spruch klingt wie eine Wetterwarnung aus vergangenen Zeiten. Doch müssen wir uns nach den ersten Nebelfeldern tatsächlich auf einen schneereichen Winter einstellen?
Die aktuelle Wetterlage spricht jedenfalls zunächst eine andere Sprache. Am Freitag, 4. September, wird es in Österreich nach anfänglichen Wolkenfeldern vor allem im Norden und Osten zunehmend sonnig. Dazu steigen die Temperaturen kräftig: GeoSphere Austria erwartet verbreitet 26 bis 33 Grad. In der Früh liegen die Werte zwischen 9 und 19 Grad.
Auch in den westlichen und südlichen Landesteilen zeigt sich der Spätsommer noch einmal von seiner warmen Seite. In Tirol, Vorarlberg und Kärnten werden am Freitag bis zu rund 31 Grad erwartet. Am Sonntag bleibt es vielerorts ebenfalls freundlich. Für Wien werden etwa 16 bis 28 Grad prognostiziert, in Kärnten bis zu 29 Grad.
Dass es im September trotzdem immer wieder neblig werden kann, ist völlig normal. In klaren und windschwachen Nächten kühlt die feuchte Luft nahe am Boden ab. Wird der sogenannte Taupunkt erreicht, entstehen Nebelfelder.
Besonders häufig passiert das in Tälern und Senken. Dort sammelt sich kalte Luft, während darüber wärmere Luft liegen kann. Eine sogenannte Inversionswetterlage kann den Nebel zusätzlich verstärken.
Mit den länger werdenden Nächten und dem niedrigeren Sonnenstand nimmt die Wahrscheinlichkeit für Nebel im Herbst ohnehin zu.
Die Beobachtung unserer Vorfahren kommt nicht völlig aus dem Nichts. Nebel kann tatsächlich anzeigen, dass die Nächte kühler werden und sich die Jahreszeit langsam verändert. Ein direkter Schluss auf den kommenden Winter lässt sich daraus aber nicht ziehen.
Ob Österreich im Dezember, Jänner oder Februar große Schneemengen erlebt, hängt von wesentlich mehr Faktoren ab: Temperaturen, Feuchtigkeit, der Entwicklung von Tiefdruckgebieten sowie großräumigen Wetterlagen über Europa und dem Atlantik. Ein paar neblige Septembermorgen reichen dafür nicht aus.