Bei Bayern München ist der Fußball in den vergangenen zwei Wochen zur Nebensache geworden. Der deutsche Rekordmeister wurde von gleich zwei schweren Schicksalsschlägen erschüttert. Cheftrainer Vincent Kompany brach unerwartet zusammen, Joshua Kimmich musste den plötzlichen Tod seines Vaters Berthold (†57) verkraften – und wurde deswegen für eine Woche freigestellt.
Jetzt steht der Mittelfeldspieler vor seinem Comeback. Vor dem Bundesliga-Kracher gegen Borussia Dortmund am Samstag (18.30 Uhr) fand Sportvorstand Max Eberl nun bewegende Worte für seinen Leader.
Auf der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Kracher machte Sportvorstand Max Eberl deutlich, dass Kimmich selbst entscheiden soll, wann er für eine Rückkehr bereit ist.
"Logisch, ich habe mit Jo Kontakt gehabt. Das Leben ist jetzt anders für ihn. Da brauchen wir auch keinen Hehl daraus zu machen. Wenn das in der Familie passiert, dann ändert sich das Leben", erklärte Eberl.
Der 31-Jährige hatte vergangene Woche vom plötzlichen Tod seines Vaters erfahren und daraufhin knapp eine Woche Sonderurlaub erhalten. In dieser schwierigen Zeit wollen die Münchner ihrem Mittelfeldspieler den Rücken stärken.
"Wir werden ihm alle Unterstützung geben. Ich glaube, wir leben das auch gerade. Wir labern das nicht einfach nur, sondern geben die Unterstützung, die wir geben können", betonte Eberl.
Ob Kimmich bereits am Samstag wieder im Kader stehen könnte, ließ der Bayern-Boss offen. "Das ist nicht meine Verantwortung. Der Trainerstab macht sich zusammen mit Jo die Gedanken darüber, ob das der richtige Zeitpunkt ist und ob das passt. Aber das Leben ist ein anderes für Jo! Das muss man einfach so festhalten."
Sportlich könnte der DFB-Kapitän bereits wieder einsatzbereit sein. Nach zwei individuellen Einheiten soll Kimmich am Freitag erstmals wieder mit seinen Teamkollegen trainieren.
"Joshua hat zwei individuelle Trainingseinheiten absolviert. Heute trainiert er das erste Mal mit dem Team. Wir werden mit ihm sprechen und dann schauen wir, wie es mit ihm weitergeht", erklärte Interimstrainer Aaron Danks (43) Der Engländer vertritt derzeit Bayern-Chefcoach Vincent Kompany (40), der wegen einer Hirnhautreizung ausfällt.
Ob Kimmich gegen Dortmund tatsächlich auf dem Platz stehen wird, hängt damit vor allem von seiner persönlichen Verfassung ab. Die Bayern wollen ihrem Führungsspieler jedenfalls alle Zeit geben, die er benötigt.