Es sind Bilder, die fassungslos machen. Eine junge Frau steht auf einer Brücke, mehrere Personen bereiten den Sprung vor, Zuschauer und Mitarbeiter sind direkt daneben. Sekunden später wird die 21-jährige Maria Eduarda Rodrigues de Freitas in die Tiefe geschickt – ohne jede Sicherung.
Die Brasilianerin starb am Samstag nach dem Sturz von einer rund 40 Meter hohen Brücke in Limeira im Bundesstaat São Paulo.
Besonders unfassbar: Ein Video des Unglücks zeigt, dass mehrere Personen unmittelbar am Absprungbereich standen. Trotzdem fiel offenbar niemandem auf, dass die junge Frau nicht mit dem Bungee-Seil verbunden war. Erst als sie bereits abgestürzt war, brach Panik aus.
In dem Video sind unmittelbar nach dem Sprung entsetzte Schreie zu hören. Mehrere Anwesende rufen plötzlich: "Das Seil! Das Seil!" – Da war es bereits zu spät. Nach Angaben von Zeugen soll die Sicherheitsausrüstung vor dem Sprung schlicht nicht befestigt worden sein.
Insgesamt wurden sechs Personen aus dem Umfeld der Veranstaltung festgenommen. Drei von ihnen blieben zunächst in Haft. Zwei Verdächtige versuchten zunächst, sich im Wald zu verstecken. Daraufhin wurden Verstärkung durch weitere Streifenwagen und ein Hubschrauber angefordert.
Laut brasilianischen Medien wird gegen mehrere Beteiligte wegen ihrer möglichen Verantwortung für den tödlichen Unfall ermittelt.
Für zusätzliche Fragen sorgt eine GoPro-Kamera, die das Opfer während der Aktivität bei sich getragen haben soll. Laut Polizeibericht erklärten die Beteiligten, nichts über den Verbleib des Geräts zu wissen.
Suchaktionen blieben erfolglos. Warum ausgerechnet die Kamera der Verunglückten verschwunden ist, beschäftigt nun ebenfalls die Ermittler. Die Aufnahmen könnten wichtige Hinweise auf die letzten Minuten vor dem tödlichen Sprung liefern.
Die Veranstaltung wurde von der Firma "Entre Cordas" organisiert. Das Unternehmen bot regelmäßig Sprünge von Brücken und anderen Höhenpunkten an und verlangte umgerechnet rund 30 Euro pro Teilnehmer.
Nach dem tödlichen Unfall geriet der Veranstalter ins Zentrum der Ermittlungen. Das Firmenprofil in sozialen Netzwerken ist mittlerweile nicht mehr erreichbar.
Kurz vor dem Sprung hatte Maria Eduarda noch Bilder vom Ausflug veröffentlicht. Auf einem Foto der Brücke schrieb sie scherzhaft: "Wer war der Verrückte, der mich von einer Brücke springen ließ?"