Ein Fall aus Tschechien sorgt für Entsetzen. Ein 12-jähriges Mädchen brachte im Vorjahr ein Kind zur Welt, ohne dass Familie oder Umfeld die Schwangerschaft bemerkt hatten. Nun wurde der Fall vor Gericht aufgearbeitet.
Die Jugendliche stammt aus einem Dorf in der Region Karlsbad nahe der deutschen Grenze. Laut Berichten wurden die körperlichen Veränderungen des Mädchens weder im familiären Umfeld noch in der Schule als Anzeichen einer Schwangerschaft erkannt. Die Gewichtszunahme wurde offenbar anders gedeutet.
Erst Anfang Juli 2025 kam die Wahrheit ans Licht. Die 12-Jährige wurde mit starken Schmerzen in ein Krankenhaus gebracht. Dort stellte sich heraus, dass die Beschwerden Geburtswehen waren.
Nach der Entbindung begannen Ermittlungen zu den Hintergründen des Falls. Das Neugeborene wurde in einer Pflegefamilie untergebracht.
Im Zuge der Befragungen gab das Mädchen an, dass ihr damals 16-jähriger Bruder der Vater des Kindes sei. Er soll sie im gemeinsamen Kinderzimmer im Elternhaus missbraucht haben.
Die Polizei ordnete einen DNA-Test an. Dieser bestätigte laut Ermittlern die Vaterschaft des Jugendlichen.
Inzwischen beschäftigte der Fall auch die Justiz. Vor dem Landesgericht Pilsen gestand der Bruder, seine Schwester bereits als 15-Jähriger wiederholt gegen ihren Willen berührt zu haben. Im Herbst 2024 soll es laut Anklage zur Vergewaltigung gekommen sein.
Wie die Staatsanwaltschaft bekanntgab, wurde der Jugendliche zu einer dreijährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Zusätzlich wurden eine Sexualtherapie sowie eine Zahlung von umgerechnet rund 12.500 Euro an das Opfer angeordnet.
Auch in der Heimatgemeinde der Familie sorgte der Fall für großes Aufsehen. Die Geschwister würden aus einem guten sozialen Verhältnis stammen, erklärte der Bürgermeister gegenüber tschechischen Medien.
"Es war eine echte Katastrophe für die Familie. Sie hatten sehr schwer damit zu kämpfen. Natürlich wurde hier sofort darüber geredet", sagte er.