Menschenjagd in Belfast

Musk heizte rassistische Krawalle auf "X" massiv an

Eine Analyse sieht Elon Musk und "X" als wichtigen Verstärker rechtsextremer Inhalte rund um die gewalttätigen Proteste in Nordirland.
Nick Wolfinger
14.06.2026, 13:57
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Der Tech-Milliardär Elon Musk soll laut einer neuen Untersuchung ausländerfeindliche Proteste in Nordirland massiv befeuert haben. Zu diesem Schluss kommt die Internet-Überwachungsorganisation Center for Countering Digital Hate (CCDH).

Über 100 Millionen Nutzer Reichweite

Die Forscher analysierten Beiträge auf Musks Plattform X rund um die jüngsten Ausschreitungen in und um Belfast. Demnach erzielten Postings von Musk, dem britischen Rechtsextremisten Tommy Robinson und dem Politiker Rupert Lowe gemeinsam mehr als 115 Millionen Aufrufe. Allein Musks Beiträge sollen für rund 64 Millionen davon verantwortlich gewesen sein.

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"Musks Verstärkung war entscheidend", schreiben die Autoren der Untersuchung. Der X-Eigentümer hatte Aufrufe zu Protesten unterstützt und an seine mehr als 240 Millionen Follower verbreitet. In einem Beitrag schrieb er: "Nur wenn wir wiederholt und laut protestieren, wird sich etwas ändern."

Häuser von Migranten angezündet

Seit Montag war es nahe Belfast an mehreren Abenden zu gewalttätigen Protesten gekommen. Demonstranten bewarfen Einsatzkräfte mit Steinen, die Polizei setzte Wasserwerfer ein. Fahrzeuge und Häuser wurden angezündet. Rechtsextreme Gruppen hatten zu den Kundgebungen aufgerufen.

Auslöser der Unruhen war die Verbreitung eines Videos eines brutalen Messerangriffs. Für die Tat wird ein sudanesischer Migrant verantwortlich gemacht.

Musk bestimmt, was wir sehen

CCDH-Chef Imran Ahmed kritisierte Musk scharf. Als Eigentümer von X verfüge er über eine beispiellose Macht darüber, welche Inhalte Nutzer zu sehen bekommen. Diese Macht bringe auch Verantwortung mit sich.

Laut der Untersuchung kam es in den Kommentaren zu den Beiträgen der drei Accounts zu einer regelrechten Welle von Gewaltaufrufen gegen Migranten. Die Forscher zählten rund 3.900 entsprechende Kommentare, darunter auch Forderungen nach Lynchjustiz. Eine Stellungnahme von X lag zunächst nicht vor.

Rechtsruck seit Musk-Übernahme

Tommy Robinson war früher auf Twitter gesperrt. Erst nach der Übernahme durch Musk und der Umbenennung in X kehrte der Rechtsextremist auf die Plattform zurück. Forscher, Medienanalysen und Internet-Experten stellten in den vergangenen Jahren fest, dass konservative und rechte Accounts seit Musks Übernahme oft größere Reichweiten erzielen.

ls Gründe werden gelockerte Regeln gegen Hassrede, die Rückkehr zuvor gesperrter Aktivisten und Änderungen am Empfehlungsalgorithmus genannt. Zwar gibt es keinen Nachweis, dass X rechtsextreme Inhalte gezielt bevorzugt, Experten sehen aber klare Anzeichen für einen Rechtsruck auf der Plattform.

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