"Da sind kleine Mädchen drin"

Mann fast geköpft – Mob stürmt Häuser von Migranten

Nach einer brutalen Messerattacke eskaliert in Belfast die Gewalt. Vermummte stürmen Häuser, Autos und Busse brennen.
Nick Wolfinger
10.06.2026, 11:38
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Ein scheinbar völlig grundloser Messerangriff auf offener Straße hat am Dienstag zu einer "Nacht des Zorns" in der nordirischen Hauptstadt Belfast geführt.

Ein 30-jähriger Asylwerber aus dem Sudan hatte am Montag auf offener Straße mit einem Messer auf einen 44-jährigen Mann eingestochen und ihn lebensgefährlich verletzt.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Britische Medien sprechen von einem mutmaßlichen Enthauptungsversuch. Das Opfer erlitt schwere Verletzungen am Hals, Rücken und im Bereich der Augen. Laut Polizei rettete das Eingreifen von Passanten und Beamten dem Mann vermutlich das Leben. Der Angreifer wurde festgenommen.

Rechte Aktivisten fordern Rache

Das Video der schockierenden Tat verbreitete sich im Internet wie ein Lauffeuer – und führte in rechten Kreisen zu Rache-Aufrufen. Bekannte rechte Aktivisten wie Tommy Robinson teilten Aufrufe im Netz, die Proteste forderten.

Er teilte auch einen Beitrag der Gruppe "Restore Britain" ("Großbritannien wiederherstellen"), in dem es heißt: "Schließt keinen Frieden mit dem Bösen. Zerstört es", wie der "Guardian" berichtet.

Vermummte stürmen von Tür zu Tür

So versammelte sich am Dienstagabend in der Nähe des Tatorts ein rassistischer Mob. Rund 100 Vermummte zogen daraufhin von Haus zu Haus in einem überwiegend von Ausländern bewohnten Viertel. Autos und Mülltonnen wurden in Brand gesteckt.

Mit Steinen werfen die Angreifer Fenster ein, treten mit ihren Füßen Haustüren auf. Feuerwerkskörper und Ziegelsteine fliegen ins Innere der Gebäude. Eine Frau auf der Straße ruft: "Da sind kleine Mädchen drin!".

Zwei Polizisten beobachteten die Lage laut Augenzeugen zunächst aus ihrem Streifenwagen. Erst später rückten zusätzliche Einsatzkräfte an und drängten die Menge zurück.

Autos und Häuser angezündet

Ziel des Mobs ist nach eigener Bekundung, Ausländer aus dem Viertel zu vertreiben. "Wohnungen für Einheimische" und "Verpisst auch, Ausländer" lauten einige der Parolen, die in Videos der Angriffe zu hören sind. Auf einem Haus prangt die Parole "Fuck Islam!". In dem betroffenen Viertel im Osten Belfasts leben Migranten aus verschiedenen Ländern.

"Dort wohnte eine rumänische Roma-Familie", sagte eine Frau und deutete auf ein ausgebranntes Reihenhaus, in dem noch immer Rauch aufstieg.

Jubel unter Angreifern

Familien mit kleinen Kindern mischten sich unter maskierte Männer und junge Paare. Manche verströmten eine fast schon karnevalistische Stimmung, posierten für Fotos und tranken Bier.

Ein Mann hob seinen etwa siebenjährigen Sohn hoch, damit dieser einen besseren Blick auf ein weiteres zerstörtes Haus hatte. "Schau dir das an!", rief er. "Wow!", antwortete der Junge.

Massive Zerstörungen

Die Bilanz der Krawallnacht ist erheblich: Mehrere Wohnhäuser wurden beschädigt oder in Brand gesetzt, zahlreiche Autos gingen in Flammen auf, auch ein Linienbus wurde zerstört. Die Feuerwehr musste Bewohner aus gefährdeten Gebäuden retten, während die Polizei mit einem Großaufgebot im Einsatz stand.

Besonders betroffen waren laut britischen Medien Wohngebiete mit hohem Migrantenanteil. Viele Familien verbarrikadierten sich in ihren Häusern, Geschäfte schlossen vorzeitig. Die Schäden dürften in die Millionen gehen. Über die Zahl der Verletzten und Festgenommen ist noch nichts bekannt.

{title && {title} } NW, {title && {title} } Akt. 10.06.2026, 14:57, 10.06.2026, 11:38
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