Aus einem beschaulichen Spaziergang kann innerhalb weniger Sekundenbruchteile ein Kampf ums Überleben werden. Nämlich dann, wenn man auf einer der zahlreichen Eisflächen auf natürlichen Gewässern unterwegs ist. Seen, Teiche, Weiher, sogar manche Flüsse weisen bereits eine Eisdecke auf. Allerdings ist diese oft erst wenige Zentimeter dick.
Obwohl Städte, Gemeinden, Länder warnen. Immer wieder tummeln sich Spaziergänger und Freizeitsportler auf den Eisflächen. Auch wenn diese (wie beispielsweise in Linz) nicht freigegeben sind.
Am Bodensee in Vorarlberg ist es am Mittwoch bereits zu einem dramatischen Zwischenfall gekommen. Drei Personen gingen laut Wasserschutzpolizei weit hinaus, brachen plötzlich ins eiskalte Wasser ein. Sie wurden von Passanten und anderen Eisläufern gerettet.
Einer, der weiß, wie man in einer solchen Situation richtig umgeht, ist Martin Eberl vom Landesverband OÖ der österreichischen Wasserrettung. Er hat mehrfach an Übungen teilgenommen, ist dabei selbst ins Eis eingebrochen, um diese Erfahrung zu machen.
"Wenn man einbricht, ist die größte Gefahr, dass man unters Eis gerät", sagt er. Deshalb gilt: "Man sollte sofort die Arme ausbreiten, um Halt zu bekommen". Denn wenn man mal im Wasser ist, dann kann es durch Schock (extrem kaltes Wasser) zu Panikreaktionen kommen. Ist man einmal im Wasser, sollte man versuchen, dicke Jacken auszuziehen.
„Man sollte sofort die Arme ausbreiten, um Halt zu bekommen“Martin Eberl (Wasserrettung OÖ)zum Moment des Einbrechens
"Dünnes Eis sollte man dann mit den Ellbogen wegbrechen, bis man eine dickere Stelle erreicht." Mit Fußtempi wie beim Schwimmen muss man dann versuchen, den Oberkörper aufs Eis zu bekommen. "Dann sollte man sich am besten seitliche wegrollen." Wichtig: Am besten ist meist, den weg zurückzurobben, den man zuerst gegangen ist. "Denn dort hat das Eis ja gehalten." Danach sollte man eine windgeschützte Stelle suchen.
Für Helfer hat Eberl ebenfalls wertvolle Tipps. "Beobachtet man einen Einbruch ins Wasser, zuerst den Notruf wählen. Dann nach einem langen Gegenstand suchen oder z.B. einen Mantel nehmen." Damit soll man zum Opfer hinrobben, sich flach hinlegen und dann versuchen, mit dem Gegenstand oder dem Kleidungsstück die Person ans Eis heraufzuziehen.
Ist jemand stark unterkühlt, sollte man übrigens kein Koffein, keinen Alkohol geben. Eberl: "Denn das regt die Blutzirkulation an und kann dafür sorgen, dass extrem kaltes Blut aus Armen und Beinen in die Körpermitte gelangen. Dort kann es Schädigungen an Organen geben." Stark unterkühlte Personen sollen zudem keine Bewegung machen, sondern sich ruhig hinsetzen und auf Hilfe warten.