Das Kapitel Feldkirchen ist für Klaus Rauter abgeschlossen. Im Februar sperrte der Gastronom sein beliebtes Thai-Restaurant "Klein, aber fein" endgültig zu. Nur zehn Tage später verließ er mit seiner Frau Jinchutha Sumongkol und Katze Sissy Österreich. Inzwischen lebt das Paar in Thailand.
Auslöser für den drastischen Schritt waren nach Darstellung Rauters Probleme mit der Bezirkshauptmannschaft Feldkirchen. Begonnen hatte die Geschichte bereits 2022, als Rauter gemeinsam mit seiner Frau von Thailand nach Österreich übersiedelte.
Sumongkol absolvierte zunächst das ÖSD-A1-Zertifikat. Dieses wurde akzeptiert und ein Visum ausgestellt. Beim nächsten erforderlichen Sprachniveau A2 kam es laut Rauter allerdings zu Problemen mit den Informationen rund um die Prüfung.
"Wir haben erhebliche finanzielle Mittel in Vorbereitung und Prüfungen investiert - basierend auf den Informationen der BH Feldkirchen, die sich als unvollständig oder falsch herausstellen", beklagte er damals laut "Kleine Zeitung".
Weil die Behörde aus seiner Sicht weder einen Fehler eingestand noch sich entschuldigte, zog Rauter schließlich Konsequenzen. Am 17. Februar 2026 schloss er sein Restaurant für immer.
Am 27. Februar ging es für den 62-Jährigen, seine Frau und Katze Sissy nach Thailand. Feldkirchen selbst vermisst er nach eigenen Angaben nicht.
"Nein. Vermissen wir unsere geschätzten Gäste? Ja. Vermisse ich Österreich? Ja. Feldkirchen vermissen wir deshalb nicht, weil wir schockiert darüber waren, wie Behörden uns dreist ins Gesicht lügen konnten - gedeckt durch ihre Vorgesetzten mit der simplen Ausrede, dass 'Beamte keine Fehler machen', selbst wenn die Beweise eindeutig das Gegenteil belegten", erzählt Rauter gegenüber der "Kleinen Zeitung".
Ein leichter Abschied war es dennoch nicht. Das Restaurant hatte sich im Bezirk einen Namen gemacht, das Paar lernte nach eigenen Angaben zahlreiche Gäste kennen:
"Wir sind hergekommen, da meine Frau auch immer davon geschwärmt hat. Doch nach allem was uns passiert ist, fragte sich meine Frau - zu Recht - warum Leuten, die Dinge korrekt machen wollen, nur Steine von den Behörden in den Weg gelegt bekommen."
Besonders das Verhalten der Behörde habe seine Frau getroffen. "Wir haben so viele liebe Menschen kennengelernt. Alle mochten meine Frau und meine Frau mochte sie. Aber, dass die Behörde uns anlügt und alles abstreitet, hat meiner Frau sehr wehgetan", erklärt der Gastronom gegenüber der "Kleinen Zeitung".
Für Rauter war Thailand kein unbekanntes Terrain. Er hat bereits fast 40 Jahre seines Lebens dort verbracht. Eine Herausforderung war allerdings die Übersiedlung mit Katze Sissy.
"Es war gar nicht leicht eine Airline zu finden, bei der Katzen in die Kabine dürfen. Neben uns war zum Glück auch noch der Sitz frei, deswegen konnten wir das Körbchen dort hinstellen", stellt er gegenüber der Tageszeitung klar.
150 Euro kostete der Flug für Sissy. Zusätzlich waren Impfungen und Dokumente notwendig. "Es hat rund zwei Monate gedauert, bis für unsere Katze alles fertig war", erzählt er.
Heute leben die drei im Zentrum von Bangkok. Rauter unterstützt dort sein früheres Unternehmen, das mittlerweile seiner Tochter gehört, verrät er gegenüber der "Kleinen Zeitung":
"Seit ich in Thailand bin, unterstütze ich mein ehemaliges Unternehmen, das nun meiner Tochter gehört. Wir genießen das Leben und bezeichnen es als 'Semi-Ruhestand'." Dabei handelt es sich um die Hotelverwaltung Recall Hotels & Resorts.
Den Kontakt zu früheren Gästen hat Rauter nicht völlig verloren. "Wir sind wirklich glücklich hier. Aber wir vermissen viele unserer lieben Gäste. Wir hatten Stammgäste, die uns sogar aus Mattighofen, Graz und dem Murtal in der Steiermark in Feldkirchen besuchten. Wir sind sehr stolz darauf, dass uns aber bereits einige unserer Gäste hier in Thailand besucht haben", erzählt er der Tageszeitung.