Am Wörthersee könnte schon bald einer der bekanntesten Hotelbetriebe den Eigentümer wechseln. Die Villa Rainer in Pörtschach wird aktuell offiziell zum Verkauf angeboten – das berichtet die "Kleine Zeitung". Mehrere Immobilienmakler haben das traditionsreiche Anwesen bereits in ihr Angebot aufgenommen.
Bereits im März hatte Herbert Waldner, Geschäftsführer der Immobilienfirma Riedergarten, einen möglichen Verkauf angekündigt. Damals erklärte er, dass er die Liegenschaft abgeben würde, sollte jemand den geschätzten Marktwert von 25 Millionen Euro bezahlen, heißt es in dem Bericht.
Die Villa blickt auf eine lange Geschichte zurück. Errichtet wurde das Gebäude nach Plänen des Architekten Franz Baumgartner zwischen 1910 und 1914. 1928 ging das Anwesen in den Besitz der Familie Rainer über, deren Namen es bis heute trägt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg diente die Villa zunächst als Unterkunft für britische Besatzungstruppen. Später entwickelte sich daraus eine Hotelpension, die im Laufe der Jahrzehnte zahlreiche prominente Gäste beherbergte. Zu den Besuchern zählten unter anderem Bruno Kreisky, Rennfahrer Dieter Quester und Prinzessin Margriet von Holland.
Seit 2015 wird auf dem Areal ein Vier-Sterne-Superior-Hotel betrieben. Neben der historischen Villa gehören dazu ein weiteres Hotelgebäude mit rund 40 Zimmern, ein Restaurant direkt am See, eine private Marina, ein Tennisplatz sowie ein Saunahaus.
Lange Zeit verfolgte Eigentümer Waldner ambitionierte Ausbaupläne. Auf dem mehr als einen Hektar großen Grundstück sollte laut "Kleine Zeitung" ein "Medical-Wellness-Resort" entstehen. Das Vorhaben kam jedoch nie über die Planungsphase hinaus.
"1,7 Millionen Euro sind in Planungen für einen Neubau geflossen, genehmigt wurde nichts", erklärte Waldner im März gegenüber der Tageszeitung. Nach seinen Angaben habe ihm die Bürgermeisterin von Pörtschach deutlich gemacht, dass sie das Projekt nicht unterstützen wolle.
Zudem sei es am Wörthersee generell schwieriger geworden, größere Vorhaben umzusetzen. Für Gäste des Hotels soll sich vorerst nichts ändern. Der Betrieb läuft weiter, auch die bereits geplanten Sommerveranstaltungen finden statt. Dazu zählt unter anderem das After-Work-Format "Feierabend".