Eigentlich wollte Christina Bluhme mit ihrer fünfjährigen Labradorhündin Tokyo den Ben Nevis erklimmen – den mit 1.345 Metern höchsten Berg Großbritanniens. Doch rund eine Stunde vor dem Gipfel konnte der Hund plötzlich kaum noch laufen.
Tokyo verlor immer wieder die Kontrolle über ihre Beine und wurde zwischenzeitlich sogar bewusstlos. "Ich dachte wirklich, ich würde sie verlieren", schilderte die Hundebesitzerin gegenüber britischen Medien.
Weil die rund 25 Kilogramm schwere Hündin nicht mehr weitergehen konnte, rückte das Lochaber Mountain Rescue Team aus. Die freiwilligen Helfer hatten zufällig gerade erst eine Einsatzübung mit Tragen abgeschlossen und waren auf dem Rückweg ins Tal. Mehrere angehende Bergretter konnten das Training damit sofort im Ernstfall anwenden.
Insgesamt 14 Helfer trugen Tokyo auf einer Trage über Geröll und felsiges Gelände sicher zurück ins Tal.
In einer Tierklinik in Fort William vermuteten die Tierärzte, dass Tokyo auf dem Wanderweg weggeworfenes Cannabis aufgenommen hatte. Die Hündin erhielt Aktivkohle und eine Infusion, anschließend schlief sie ihren "Rausch" aus. Bereits am nächsten Tag war Tokyo wieder vollständig erholt.
"Tokyo hat etwas eingenommen, das sie lebensbedrohlich krank gemacht hat", erklärte ein Sprecher der Bergretter.
Besitzerin Christina Bluhme appelliert deshalb an andere Hundebesitzer, auf weggeworfene Drogen, Medikamente und andere Giftstoffe entlang von Wanderwegen zu achten.
Für die Bergretter war es nicht der erste ungewöhnliche Einsatz am Ben Nevis. Bereits 2022 mussten sie die 35 Kilogramm schwere Akbash-Hündin Maggie vom Berg holen, nachdem diese wegen schmerzender Pfoten nicht mehr weitergehen wollte. Damals ließ sich der Vierbeiner mit knusprigen Hähnchensticks zum Abstieg motivieren.