Sechs Jahre sind vergangen seit dem schrecklichen Terroranschlag in der Wiener City. Am 2. November 2020 zog ein bewaffneter IS-Anhänger durch die Wiener Innenstadt und schoss wahllos auf Menschen. Vier Personen starben, 23 weitere wurden teils schwer verletzt. Auch heute sitzt der Schock über die furchtbare Bluttat noch immer tief.
Am Montag (2.11.) wurde nun der Opfer des Anschlags am Desider-Friedmann-Platz in der Wiener City gedacht. Zu Mittag wurden von hochrangigen politischen Vertretern Kränze und Blumen bei dem Gedenkstein niedergelegt, weiße Rosen zierten den Stein.
Innenminister Gerhard Karner (VP), Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos), Staatssekretär Jörg Leichtfried (SP), Vizekanzler Andreas Babler (SP), Bundespolizeidirektor Michael Takács, Bürgermeister Michael Ludwig (SP) und Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl gedachten bei der Kranzniederlegung der Opfer des Terroranschlags vom 2. November 2020. Auch Kerzen wurden entzündet. Im Stillen wurde den Opfern gedacht.
"Der 2. November 2020 ist ein Tag, der sich tief in das Gedächtnis unserer Stadt eingeprägt hat", so Bürgermeister Michael Ludwig. "Sechs Jahre danach sind unsere Gedanken bei den Opfern, ihren Angehörigen und all jenen, die bis heute unter den Folgen dieser schrecklichen Tat leiden. Wir werden die Menschen, die an diesem Abend aus dem Leben gerissen wurden, niemals vergessen.
"Am heutigen Tag stehen die Opfer des Terroranschlags vom 2. November 2020 im Mittelpunkt unseres gemeinsamen Gedenkens", so Innenminister Gerhard Karner (VP). "Dieser furchtbare Anschlag war aber auch der Beginn zahlreicher Weiterentwicklungen, sowohl in der Polizeiorganisation wie auch beim Verfassungsschutz", hielt der Innenminister am Rand der Gedenkfeier fest.
Der Anschlag ereignete sich am letzten Abend vor einem Corona-Lockdown. Tausende Menschen nutzten damals die Gelegenheit, um in den Lokalen noch einmal vor dem Lockdown auszugehen. Kurz vor 20 Uhr schlug der damals 20-jährige Islamist dann heimtückisch zu.
Bei der Jerusalemstiege wurde ein 21-jähriger Österreicher tödlich getroffen. Anschließend lief der Terrorist durch die Judengasse zum Ruprechtsplatz, schoss auf Gäste mehrerer Lokale. Eine 24-jährige Studentin, die als Kellnerin arbeitete, wurde im Bereich der Salzgasse ermordet.
Beim Stadttempel schoss er auf eine 44-jährige Österreicherin. Besonders erschütternd: Der Täter kehrte noch einmal um und feuerte erneut auf die bereits schwer verletzte Frau. Die 44-Jährige verstarb am nächsten Tag im Spital.
An der Ecke Rabensteig und Schwedenplatz erschoss der Attentäter einen 39-jährigen Österreicher, der vor einem Asia-Lokal stand. Wenig später feuerte der 20-Jährige in einer Seitengasse beim Franz-Josefs-Kai auf einen 28-jährigen Polizisten. Der Beamte überlebte, wurde aber bei der feigen Attacke schwer verletzt.
Schließlich bewegte sich der Täter über den Morzinplatz zurück in Richtung Ruprechtsplatz. Dort gelang es Polizisten der Spezialeinheit WEGA um 20.09 Uhr, den Terroristen mit einem tödlichen Schuss zu stoppen.
"Unser besonderer Dank gilt auch den Einsatzkräften sowie den vielen mutigen Wienerinnen und Wienern, die in diesen schweren Stunden geholfen, Schutz geboten und füreinander Verantwortung übernommen haben", so Bürgermeister Ludwig.