Noch immer verdienen Frauen bei Vollzeitbeschäftigung in Österreich im Schnitt um 15,5 Prozent weniger als Männer. Daran erinnert auch heuer der Equal Pay Day – dieser fällt österreichweit auf den 5. November. An diesem Datum haben Männer im Schnitt bereits das Jahreseinkommen von Frauen verdient.
Für Vizebürgermeisterin und Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak (SP) ist das ein klarer Handlungsauftrag an die Bundesregierung. Sie fordert die rasche Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie, nimmt dabei die Koalitionspartner auf Bundesebene, ÖVP und Neos, in die Pflicht. Die Frist der EU dafür ist bereits am 7. Juni 2026 abgelaufen.
"Ungerechte Einkommensverhältnisse benachteiligen Frauen und schaden, was nicht selten übersehen wird, unserer wirtschaftlichen Entwicklung", erklärt Novak. Die Einkommensunterschiede würden auch die Kaufkraft schwächen und sich negativ auf die Einnahmen der öffentlichen Haushalte auswirken. "Unser Ziel ist Equal Pay statt Equal Pay Day", so Novak.
In Wien fällt der Equal Pay Day heuer auf den 23. November. Mit 10,6 Prozent weist die Bundeshauptstadt laut Novak den geringsten Einkommensunterschied zwischen Frauen und Männern aller Bundesländer auf.
Doch auch das sei noch zu viel. "Unfaire Entlohnung schwächt die finanzielle Unabhängigkeit von Frauen und bremst unsere wirtschaftliche Entwicklung. Gleicher Lohn für gleiche oder gleichwertige Arbeit muss selbstverständlich sein", betont Novak.
Die Stadt Wien setzt unter anderem auf die Frauenarbeitsstiftung des Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff), Ausbildungen in den Bereichen Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Technik sowie Unterstützung für Frauen bei Unternehmensgründungen. "Ich erwarte daher von Neos und ÖVP, dass sie zu dieser Vereinbarung stehen und gemeinsam mit uns eine gute und praxistaugliche Lösung auf den Weg bringen", fordert Novak.
Die Bundesländer könnten zwar selbst Maßnahmen gegen Einkommensunterschiede setzen, die Umsetzung der EU-Richtlinie auf Bundesebene aber nicht ersetzen. Für Novak geht es bei gleicher Bezahlung nicht nur um Frauenrechte, sondern auch um die wirtschaftliche Zukunft Österreichs.