Unterstützung für Winzer

Ludwig fordert: Nur Austro-Wein darf in den Spritzer!

Wer in Österreich einen Spritzer bestellt, soll auch österreichischen Wein bekommen. Wiens Bürgermeister Michael Ludwig unterstützt diese Forderung.
01.11.2026, 15:04
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Der klassische Spritzer könnte bald eine gesetzlich geschützte österreichische Angelegenheit werden. Heimische Winzer fordern, dass künftig nur noch Wein aus Österreich für einen Spritzer verwendet werden darf.

Nun bekommt die Initiative prominente Unterstützung aus dem Wiener Rathaus: Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) stellt sich hinter den Vorstoß. "Der Spritzer gehört zu Österreich. Dass die Weinwirtschaft ihn jetzt rechtlich klar fassen will, begrüße ich", erklärt Ludwig gegenüber der "Krone". Für den Stadtchef ist klar: "Wer einen Spritzer bestellt, soll heimischen Wein bekommen. Das schafft Transparenz für die Gäste und stärkt unsere Betriebe."

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Wien als traditionsreiche Weinbaustadt

Gerade in Wien habe das Thema besondere Bedeutung. Schließlich ist die Bundeshauptstadt auch eine traditionsreiche Weinbaustadt. Vom Nussberg bis zum Kahlenberg wird innerhalb der Stadtgrenzen Wein angebaut. "Wien weiß, wovon die Rede ist: Wir sind eine der wenigen Millionenstädte der Welt mit echtem Weinbau innerhalb der Stadtgrenzen", betont Ludwig.

Angestoßen wurde die Debatte von Weinbaupräsident Johannes Schmuckenschlager und Wein-Burgenland-Chef Herbert Oschep. Ihr Ziel: Im neuen Weingesetz soll festgeschrieben werden, dass für einen klassischen Spritzer ausschließlich österreichischer Wein verwendet werden darf.

500 Millionen Spritzer pro Jahr

Immerhin werden hierzulande jährlich rund 500 Millionen G'spritzte getrunken. Für die heimischen Weinbauern könnte eine entsprechende Regelung zusätzliche Absatzmöglichkeiten schaffen. Andere Mischgetränke wie Aperol Spritz wären von der geplanten Regelung vorerst ausgenommen.

Die Unterstützung für den sogenannten "Austro-Spritzer" wächst mittlerweile: Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) steht zu "100 Prozent" hinter der Forderung. Auch Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) kann dem Vorschlag "persönlich viel abgewinnen". Der steirische SPÖ-Chef Max Lercher hat ebenfalls seine Unterstützung angekündigt.

EU-Recht könnte zum Stolperstein werden

Ob sich eine verpflichtende österreichische Herkunft des Weins tatsächlich gesetzlich vorschreiben lässt, ist allerdings noch offen. Entscheidend ist, ob eine solche Regelung mit dem EU-Recht vereinbar wäre.

Ein Rechtsgutachten des Anwalts Johannes Zink soll nun klären, welche rechtlichen Möglichkeiten bestehen. Zink zeigt sich gegenüber der "Krone" optimistisch: "Das wird möglich sein." Bis zu einer möglichen Gesetzesänderung bleibt jedenfalls alles beim Alten: Welcher Wein im Spritzer landet, ist derzeit nicht zwingend an eine österreichische Herkunft gebunden.

red, 01.11.2026, 15:04
Weitere Storys