"Christfluencer" (Anm.: Influencer mit christlichem Content) Alessio Z. ist seit Tagen verstört: Als der 18-Jährige in der Nacht des 22. September mit einem Freund unterwegs war, wurde er aus dem Nichts von zwei Burschen ("beide zwischen 17 und 19") brutal attackiert. Der Grund verwundert den Wiener: Die beiden schmetterten ihm Vorwürfe an den Kopf, von denen der 18-Jährige noch nie etwas gehört hatte.
"Mir war klar, dass so etwas wegen meines Contents früher oder später kommen könnte", so der 18-jährige Influencer mit 16.700 TikTok-Followern im "Heute"-Talk. Auf Social Media zitiert er Bibelverse und lobt Gott. Doch nicht jeder ist Fan seines Contents, wie es scheint.
Der Favoritner war gerade mit einem Freund auf dem Heimweg und rauchte nahe der U-Bahn-Station Troststraße (Favoriten) gemütlich eine Zigarette, als ihm zwei Jugendliche auffielen. "Sie haben meinen Namen gesagt, sie wussten auch, dass ich Influencer bin", weiß Alessio noch. "Die beiden haben mich einfach am Arm gepackt und in eine Ecke gezogen."
Die Fremden warfen Alessio auf eine Treppe. Der Wiener erlitt Verletzungen an den Rippen und an der Hüfte – doch dann kam der richtige Schock: "Ich wollte aufstehen, aber einer der beiden hat ein Messer hervorgezogen", schildert der Influencer.
Es folgte ein heftiger Schlag gegen die Nase. "Sie haben mich dann gezwungen, ein Video aufzunehmen." Der Inhalt war verstörend. Obwohl er noch nie eine Frau ungebührlich angefasst hätte, zwangen ihn seine beiden Angreifer, in die Kamera zu sagen: "Ich schwöre, dass ich nie wieder eine Frau belästigen werde."
Weder sei sich Alessio irgendeiner Schuld bewusst, noch kannte er die beiden Burschen. "Ich kann mir vorstellen, dass es wegen meines Contents auf TikTok ist." Nach einem Jahr Pause ist der Wiener nun wieder aktiv auf Social Media und vermutet, dass seine Videos den Angreifern sauer aufgestoßen sein könnten.
Alessio zeigte den Vorfall am Folgetag sofort bei der Polizei an. Der Vorwurf: Verdacht auf Nötigung und Körperverletzung. Für Alessio besonders wichtig: "Ich will Menschen warnen. Keiner soll Angst haben beim Spazieren" – vor allem nicht deswegen, weil man seinen Glauben öffentlich äußert.