Ein Glas Leitungswasser um bis zu 3,60 Euro: Nach einer Stichprobe der Arbeiterkammer forderte SPÖ-Klubvize Julia Herr wie berichtet Konsequenzen. Sobald Gäste auch eine Speise oder ein anderes Getränk bestellen, müsse Wasser kostenlos sein. "Das grenzt an Wucher", wetterte die Politikerin. Jetzt folgt die scharfe Antwort aus der Gastronomie.
OÖ-Wirtesprecher Gerold Royda wehrt sich auf Facebook entschieden gegen die Forderung: "Es ist immer wieder spannend, dass sich Politiker ständig in wirtschaftliche Entscheidungen einmischen", schreibt er.
Dann rechnet Royda den "selbst ernannten Gastroprofis" vor, wofür Kunden tatsächlich aufkommen: "Das Wasser ist kostenlos. Zu bezahlen ist aber die Dienstleistung der Mitarbeiter, Reinigung, Instandhaltung, Pacht, Strom, Versicherung, Heizung, Klima, Lohnnebenkosten, Abgaben etc."
Denn auch wenn aus der Leitung praktisch gratis Wasser sprudelt, müsse das Unternehmen dahinter finanziert werden. "Von null Euro Umsatz kann ein Betrieb nicht leben", stellt der Wirtesprecher klar. Zudem habe sich der Wasserkonsum in der Gastronomie massiv erhöht. Für viele Lokale sei es deshalb unmöglich, die damit verbundene Dienstleistung gratis anzubieten.
Ob und wie viel für Leitungswasser verlangt wird, müsse laut Royda daher "die alleinige Entscheidung des Unternehmers" bleiben. Für ihn passt die Forderung auch nicht zur laufenden Debatte über das Zusperren in der Branche: "Jeder jammert, dass die Wirtshäuser sterben, aber viele denken, es darf trotzdem nichts kosten."
Zum Schluss wird der Sprecher noch einmal deutlich: "Ich verwehre mich gegen diese billige Hetzkampagne auf politischer Ebene." Und Royda schickt gleich noch eine Spitze hinterher: "Würde die Politik so intensiv und engagiert arbeiten wie die Gastronomie, wären wir sicher wesentlich besser aufgestellt."