Diesen Satz hätte man von einem ehemaligen "Kommissar Rex"-Star wohl nicht unbedingt erwartet.
Gedeon Burkhard zieht am Montagabend bei "Promi Big Brother" ein. Für den 57-Jährigen bedeutet das einen ziemlich großen Schritt: Statt Filmset und Drehbuch gibt es plötzlich Rundumüberwachung und Reality-TV.
Warum er sich darauf einlässt, daraus macht Burkhard allerdings überhaupt kein Geheimnis.
"Ich bin alt und brauche das Geld!", bringt er seine Motivation im Gespräch mit "Bild" mit einem Augenzwinkern auf den Punkt. Ganz so lustig ist der Hintergrund allerdings nicht.
Burkhard spricht offen darüber, dass es beruflich derzeit nicht besonders gut läuft. "Mir fehlen aktuell einfach die Angebote als Schauspieler", erklärt er. Nach Corona sei es nicht mehr so weitergegangen wie zuvor. Statt sich wieder zu erholen, sei die Zahl der Angebote immer weiter zurückgegangen.
Zwar habe es vereinzelt Casting-Anfragen gegeben, doch danach sei oftmals nichts mehr passiert.
Warum er plötzlich deutlich seltener besetzt wird, könne sich der Schauspieler selbst nicht richtig erklären. Burkhard räumt allerdings auch ein, in seinem Leben Phasen gehabt zu haben, in denen er "etwas schwierig" gewesen sei. Auch das könnte sich herumgesprochen haben. Eine weitere mögliche Erklärung liefert er gleich selbst: "Oder ich bin einfach in Vergessenheit geraten."
Genau dagegen soll "Promi Big Brother" nun helfen.
Burkhard möchte sich einem Publikum, das ihn noch kennt, von einer anderen Seite präsentieren – und gleichzeitig jüngere Zuschauer erreichen, die mit seinem Namen womöglich überhaupt nichts anfangen können. "Ich möchte aber noch arbeiten – und zeigen, dass ich anders und reifer geworden bin", stellt er klar.
Dass dabei auch die Gage eine Rolle spielt, verschweigt er nicht.
"Das Finanzielle war 50 Prozent der Entscheidung, zuzusagen, mindestens", sagt Burkhard. Das Geld könne er "wirklich gut gebrauchen".
Von einer Pleite will der Schauspieler allerdings nichts wissen. Seine Miete könne er weiterhin bezahlen, stellt er klar. Für viele Zuschauer dürfte Burkhard bis heute vor allem ein Gesicht aus einer anderen TV-Zeit sein.
Von 1998 bis 2001 spielte er in "Kommissar Rex" den Ermittler Alexander Brandtner und wurde damit weit über den deutschsprachigen Raum hinaus bekannt. Später folgte unter anderem eine Hauptrolle bei "Alarm für Cobra 11". 2009 stand er sogar für Quentin Tarantinos "Inglourious Basterds" vor der Kamera.
Ausgerechnet seine alte Paraderolle hätte Burkhard übrigens gerne noch einmal gespielt.
Als "Kommissar Rex" 2026 sein Comeback feierte, war er nicht dabei. Dabei hatte Burkhard nach eigener Aussage schon Jahre zuvor bei Verantwortlichen eine Rückkehr ins Gespräch gebracht und sogar eine Idee dafür entwickelt. Damals habe es jedoch geheißen, dass kein Interesse daran bestehe, alte Serien wieder aufzuwärmen.
Jetzt versucht er es also auf einem völlig anderen Weg.
Und auch privat könnte Burkhard im Container für Gesprächsstoff sorgen. Der Schauspieler lebt mit zwei Partnerinnen in einer Dreierbeziehung. Gemeinsam wohnen sie mit Burkhards Mutter in Berlin. Seine Beziehung werde bei "Promi Big Brother" vermutlich ebenfalls Thema werden, sagt er. Mit seinen Partnerinnen habe er deshalb vorher besprochen, was er vor den Kameras erzählen möchte und was nicht.
Angst vor dem Zusammenleben auf engstem Raum hat der 57-Jährige jedenfalls kaum. WG-Erfahrung habe er reichlich – und mittlerweile lebe er schließlich selbst mit drei Frauen unter einem Dach.
Ob "Promi Big Brother" tatsächlich dafür sorgt, dass anschließend wieder mehr Schauspielangebote eintrudeln, wird sich zeigen.