Ein Spitalsbesuch in Graz endete für einen Burgenländer laut "Kronen Zeitung" mit einer unangenehmen Überraschung. Statt nach seiner Behandlung in Ruhe auf seine Frau warten zu können, wurde der Mann vom Sicherheitsdienst zum Gehen aufgefordert. Am Ende wurde sogar die Polizei verständigt. Was genau passiert ist, darüber gehen die Darstellungen auseinander.
Der Burgenländer war am Halloween-Wochenende gemeinsam mit seiner Frau für eine Feier nach Graz gereist. In den frühen Morgenstunden zog er sich eine Verletzung zu, die im Unfallkrankenhaus Graz behandelt werden musste.
Mit der medizinischen Betreuung war der Mann zufrieden. "Meine Wunde wurde im UKH Graz gut versorgt", erzählt er der "Krone". Nach der Behandlung nahm er im Wartebereich Platz. Dort wollte er auf seine Frau warten, die zunächst noch im Hotel geblieben war und ihn später abholen sollte.
Weil er erschöpft war, schlief der Patient auf den Sitzplätzen ein. "Ich bin eingenickt. Ich war müde, hatte am Vortag etwas getrunken", schildert er gegenüber der Tageszeitung. "Aber ich war ruhig, habe niemanden belästigt."
Seine Ruhe fand allerdings ein jähes Ende. Ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes verlangte, dass der Burgenländer das Spital verlässt. Für den Mann war diese Aufforderung nicht nachvollziehbar.
"Ich kenne mich in Graz nicht aus, ich wollte auf meine Frau warten, draußen war es extrem kalt. Ich habe versucht, das alles zu erklären", stellt der Mann in der "Kronen Zeitung" klar. Die Situation spitzte sich weiter zu.
Schließlich wurde die Polizei eingeschaltet. Erst als die Ehefrau des Patienten im Krankenhaus eintraf, konnte die Angelegenheit geklärt werden. Der Burgenländer zeigt sich gegenüber der Tageszeitung empört:
"Ich arbeite, zahle brav meine Versicherungsbeiträge. Ich finde es nicht in Ordnung, jemanden polizeilich entfernen lassen zu wollen, der eigentlich Patient ist!"
Die AUVA, die das UKH Graz betreibt, schildert den Vorfall gegenüber der "Krone" allerdings anders. Demnach soll der Mann über mehrere Sitzplätze hinweg geschlafen haben. Eine Pflegeperson habe ihn daraufhin aufgefordert, das Krankenhaus zu verlassen.
Laut AUVA blieb es nicht bei einer einzigen Aufforderung. "Da der Patient trotz mehrfacher Aufforderung durch verschiedene Mitarbeitende das Gebäude nicht verlassen wollte und sich gegenüber mehreren Mitarbeitenden sowie dem Sicherheitsdienst aggressiv und beleidigend verhielt, wurde schließlich die Polizei verständigt", heißt es im Bericht der Tageszeitung.
Diese Darstellung will der Burgenländer nicht auf sich sitzen lassen. Zwar räumt er ein, über die Situation verärgert gewesen zu sein, die Vorwürfe des Krankenhauses weist er aber zurück.
"Ich war schon genervt, ja, aber ich bin nicht aggressiv geworden und verstehe in erster Linie nicht, dass ich das Krankenhaus verlassen hätte müssen!", sagt der Mann gegenüber der "Krone".
Damit stehen zwei unterschiedliche Schilderungen im Raum. Während das Spital das Einschreiten mit dem Verhalten des Mannes begründet, kann dieser bis heute nicht nachvollziehen, warum er nach seiner Behandlung nicht im Wartebereich bleiben durfte.