Wer sein Haus saniert, neue Fenster einbauen lässt oder seine alte Heizung austauscht, kann künftig wieder mit Geld vom Staat rechnen. Die Bundesregierung hat am Sonntag eine neue Sanierungsoffensive angekündigt. Insgesamt sollen ab 2027 rund 500 Millionen Euro zur Verfügung stehen.
Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) will damit gleich zwei Ziele erreichen: Haushalte bei der Modernisierung ihrer eigenen vier Wände unterstützen und gleichzeitig die heimische Bauwirtschaft ankurbeln.
Besonders interessant für Hausbesitzer: Wer ab 2027 alte Fenster durch energieeffiziente Modelle ersetzt, kann im Rahmen einer Sanierung bis zu 4.000 Euro Förderung erhalten.
Wird zusätzlich ein außenliegender Sonnenschutz, etwa durch Rollläden oder Raffstores, eingebaut, gibt es weitere 1.000 Euro. Insgesamt sind damit bis zu 5.000 Euro Bundesförderung möglich. Allerdings übernimmt der Bund maximal 30 Prozent der förderungsfähigen Investitionskosten.
Auch beim Heizungstausch gibt es Unterstützung. Wer sein Einfamilienhaus an eine erneuerbare Fernwärmeversorgung anschließt, kann mit bis zu 4.000 Euro rechnen.
Die neuen Förderungen starten nicht gleichzeitig. Für den Austausch alter Öl- und Gasheizungen soll die Unterstützung bereits ab dem 2. November 2026 wieder möglich sein.
Wer hingegen eine thermische Sanierung plant, muss noch etwas warten. Diese Förderungen sollen ab dem 4. Jänner 2027 zur Verfügung stehen.
Von den insgesamt 500 Millionen Euro sind 321 Millionen Euro für thermische Sanierungen vorgesehen. Weitere 179 Millionen Euro fließen in den Austausch alter Öl- und Gasheizungen gegen klimafreundliche Systeme.
Nicht nur Einfamilienhäuser sollen profitieren. Bei einer umfassenden thermischen Sanierung eines mehrgeschossigen Wohngebäudes sind laut Bundesregierung bis zu 100 Euro pro Quadratmeter vorgesehen.
Wer zusätzlich die Fassade begrünt, kann einen Zuschlag von 150 Euro pro Quadratmeter begrünter Fläche erhalten.
Die Förderverfahren sollen außerdem vereinfacht und vereinheitlicht werden. Damit will die Regierung den Zugang zu den Fördergeldern erleichtern.
Hinter der Offensive steckt auch ein wirtschaftspolitisches Ziel. Nach schwierigen Jahren für die Baubranche sollen zusätzliche Sanierungsprojekte neue Aufträge für heimische Betriebe bringen.
"Mein Ziel ist es, unsere Wirtschaft wieder auf einen stabilen Wachstumskurs zu bringen", erklärt Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP). Mit der Sanierungsoffensive wolle man die Bauwirtschaft ankurbeln, Arbeitsplätze sichern und Haushalte bei der Modernisierung unterstützen.
Auch Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) setzt auf zusätzliche Aufträge: "Aus Bauplänen sollen volle Auftragsbücher und sichere Jobs werden."
Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) verweist unterdessen auf die Vorteile beim Energieverbrauch. Wer sein Zuhause saniere und auf klimafreundliches Heizen umsteige, könne sich unabhängiger von Öl und Gas machen.