Erst rückten NEOS und ÖVP von der Paketsteuer ab, nun sollen wohl die Schrauben an der nächsten Abgabe gedreht werden. Dabei geht es um die Ticketsteuer am Wiener Flughafen. Somit wird der Druck innerhalb der Koalition auf Finanzminister und Vizekanzler in spe, Markus Marterbauer (SPÖ), immer größer.
Ausgangspunkt war die Kritik von Flughafen-Chef Günther Ofner in der "Zeit im Bild 2". Wie bereits berichtet, bereiten ihm die sinkenden Passagierzahlen und die Abwanderungen von Billigairlines Sorgen. Als Grund für die schwierige Lage nannte Ofner die hohen Standortkosten. Auch die Flugabgabe nahm der Flughafen-Vorstand ins Visier.
"Die Ticketsteuer ist ein Schuss ins eigene Knie und ein Arbeitsförderungsprogramm für Bratislava", sagte Ofner im ORF. Der Flughafen von Bratislava liege nur 55 Kilometer entfernt und profitiere davon, dass die Ticketsteuer in der Slowakei abgeschafft wurde. Fluglinien könnten ihre Maschinen dort günstiger betreiben und entsprechend attraktivere Verbindungen anbieten.
Aktuell beträgt die Flugabgabe zwölf Euro. Für Kurzstrecken bis 350 Kilometer fallen 30 Euro an. Ofner forderte, die österreichische Ticketsteuer zumindest zu halbieren. Ihm zufolge würde dies dem Staat sogar mehr Geld einbringen, da durch höhere Passagierzahlen auch Arbeitsplätze und die wirtschaftliche Aktivität zunehmen würden.
Hier zeigte sich die ÖVP in Person von Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner offen. Wie die "Krone" berichtet, wolle man sich "genau ansehen, wie wir die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts stärken können". Gleichzeitig verwies Zehetner allerdings auch auf "budgetäre Spielräume".
Sollte die Ticketsteuer tatsächlich fallen, könnte dies der Finanzminister seinen Genossen wohl schlecht verkaufen. Grund dafür ist, dass die Regierung an anderen Stellen den Rotstift ansetzt. Zudem ist unklar, ob die Rechnung des Flughafen-Bosses auch aufgehen würde.