Am Samstag hielten die Neos ihre Mitgliederversammlung im Linzer Design Center ab. Dabei verteidigte Parteichefin und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger die Regierungsarbeit, kritisierte die Paketsteuer und forderte eine EU-Armee. Ihre Partei bezeichnete sie als "Möglichmacher" und zählte einige Punkte auf, die den Anspruch der Pinken als Teil der Koalition untermauern sollten.
Auch Oberösterreichs Neos-Landessprecher Felix Eypeltauer hatte bei der Versammlung seinen Auftritt. Er machte die Landeschefs dafür verantwortlich, dass in dem Land nichts weitergehen würde und forderte ein Ende der "Bullshit-Politik".
Diese Aussagen stießen auf Kritik bei der FPÖ. Generalsekretär Michael Schnedlitz ortete einen "erbärmlichen Versuch der Selbstrechtfertigung". Laut dem Freiheitlichen hätten die Neos mit "Bullshit-Politik" wohl von sich selbst gesprochen. Ihm zufolge hätten die Pinken Reformen versprochen, sich dann aber als "Steigbügelhalter für das schwarz-rote System" herausgestellt.
Auch das Zurückrudern bei der Paketsteuer nahm der FPÖ-General Meinl-Reisinger nicht ab. "Zuerst winkt man diese Belastung für die Bürger widerstandslos durch und jetzt, wo der Protest der Bevölkerung unüberhörbar wird, will man den 'Murks' überdenken", kritisierte Schnedlitz.
Besonders scharf reagierte der Freiheitliche auf die Forderung einer EU-Armee. Diese würde einen "Kniefall" vor Brüssel darstellen und die Sicherheit Österreichs gefährden. Er warf den Neos vor, sich in fremde Konflikte einmischen zu wollen.
Für Schnedlitz hätten die Pinken "ihren politischen Kompass völlig verloren". Sie seien "als Tiger gestartet und als Bettvorleger der Systemparteien gelandet". Der FPÖ-General prophezeite den Neos ein ähnliches Schicksal wie jenes der FDP in Deutschland. Diese waren Teil einer Dreierkoalition und sind bei den nächsten, vorgezogenen Wahlen aus dem Bundestag geflogen.