Der erbitterte Sorgerechtsstreit zwischen Halle Berry (60) und ihrem Ex-Mann Olivier Martinez (60) bekommt eine neue Wendung. Martinez wirft der Oscarpreisträgerin vor, den gemeinsamen Sohn Maceo (12) während eines Streits am 26. September körperlich angegriffen und gewürgt zu haben.
Berry weist die schweren Anschuldigungen entschieden zurück. Doch nun sind private SMS öffentlich geworden, die Martinez bei Gericht als Beweismittel eingereicht hat.
Besonders brisant sind Nachrichten, die Maceo während des mutmaßlichen Vorfalls an seinen Vater geschickt haben soll.
"Bist du fast da?", fragte der Zwölfjährige seinen Vater laut den Gerichtsunterlagen.
Martinez antwortete, dass er bereits unterwegs sei. Kurz darauf schrieb Maceo erneut: "Bist du da? Bitte komm."
Sein Vater teilte ihm daraufhin mit, dass er in acht Minuten eintreffen werde.
Die Nachrichten dokumentieren damit, dass der Zwölfjährige an jenem Abend offenbar dringend von seinem Vater abgeholt werden wollte. Was unmittelbar zuvor zwischen Mutter und Sohn passiert ist, geht aus den SMS allerdings nicht hervor.
Martinez behauptet, Berry sei während eines Streits auf den Zwölfjährigen losgegangen, habe ihre Hände um dessen Hals gelegt und ihn gewürgt. Die Schauspielerin bestreitet die Misshandlungsvorwürfe.
Auch Nachrichten zwischen den beiden Eltern wurden öffentlich.
Als Martinez seiner Ex-Frau mitteilte, dass Maceo abgeholt werden wolle, reagierte Berry verärgert. "Nein, ich bin nicht einverstanden", schrieb sie laut den eingereichten Screenshots. Sie fragte anschließend: "Was für ein Kind erziehen wir da?"
Berry beklagte sich darüber, dass ihr Sohn keinen Respekt vor ihr habe und Martinez dieses Verhalten als Vater nicht akzeptieren dürfe.
Besonders emotional wurde die Schauspielerin anschließend beim Thema Geld. Ihr Sohn sei respektlos und glaube, sie habe "bei nichts etwas zu sagen". Berry schrieb schließlich: "Ich bin nur ein Geldsack!"
Noch brisanter ist eine Nachricht vom folgenden Morgen.
Berry erklärte Martinez, dass sie versucht habe, Kontakt zu Maceo aufzunehmen. Ihr Ex-Mann solle den Zwölfjährigen bitte dazu ermutigen, mit ihr zu sprechen.
Dann schrieb sie: "Ich fühle mich schrecklich wegen dessen, was letzte Nacht passiert ist." Sie glaube, dass es ihrem Sohn genauso gehe.
Die Nachricht könnte im laufenden Sorgerechtsstreit eine Rolle spielen. Sie ist allerdings kein Eingeständnis, dass Berry ihren Sohn tatsächlich körperlich angegriffen oder gewürgt hat. Worauf genau sie sich mit "was letzte Nacht passiert ist" bezog, geht aus der Nachricht nicht hervor.
Martinez beantragte nach dem Vorfall das alleinige Sorgerecht und eine Schutzanordnung gegen seine Ex-Frau.
Ein Gericht erließ daraufhin eine vorläufige Verfügung und schränkte Berrys Zeit mit Maceo ein. Den Antrag des Vaters, jeglichen Kontakt zwischen Mutter und Sohn zu unterbinden, gab der Richter allerdings nicht statt.
Auch Martinez' Forderung, Berry während ihrer Besuchszeiten Alkohol- und Drogentests absolvieren zu lassen, wurde vorerst wegen unzureichender Informationen abgelehnt.
Berrys Anwältin Marina Beck weist die Anschuldigungen ihres Ex-Mannes vehement zurück. Sie bezeichnet dessen Antrag als "völlig unbegründet und bewusst irreführend".
Am 16. Oktober soll sich das Gericht erneut mit dem Fall beschäftigen.